Selbstverständnis und Gründung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) setzt sich seit 2010 dafür ein, dass Kirchen und kirchliche Einrichtungen Orte demokratischer Alltagskultur sind. Wir stärken die Menschen im kirchlichen Raum dabei, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und allen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit mit Haltung und christlichen Werten entgegenzutreten.

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Selbstverständnis

Wir sind ein ökumenisches Netzwerk aus Initiativen, Organisationen und Arbeitsgruppen, die Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit inner- und außerhalb der Kirchen konstruktiv entgegentreten und davon überzeugt sind, dass Kirche zur Gestaltung einer lebendigen Demokratie und zur Einhaltung der Menschenrechte beitragen muss. Kirche lebt und verkündigt die Verheißung von Frieden, Ver­söhnung und Gerechtigkeit.

Wir sind der Überzeugung, dass die Menschenverachtung extrem rechter, rassistischer und antisemitischer Ideologien mit dem christlichen Bekenntnis unvereinbar ist.

Dieses Bekenntnis schließt die Behauptung biologisch oder ideologisch konstruierter Ungleichwer­tigkeit von Menschen oder Gruppen aus. Wo immer Christ*innen solche Einstellungen verbreiten oder sie unwidersprochen stehen lassen, handeln sie gegen Gottes Gebote.
Wir verstehen Kirche als Ort, an dem die Liebe Gottes zum Volk Israel und durch Jesus Christus zu allen Völkern verkündet und gelebt wird. Kirche ist also ein Ort des genuinen Widerstandes ge­gen nationalistische, antisemitische und rassistische Weltbilder.

Wie sind wir aktiv?

Wir organisieren Fachtagungen und Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche aus Kirchen, kirchlich getragenen Einrichtungen und der Zivilgesellschaft. Zudem veröffentlichen wir eine Flyerreihe zu Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (u.a. Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen). Auch thematisch konzentrierte Broschüren oder mehrteilige Schriftenreihen gehören zu unseren Veröffentlichungen. So werden beispielsweise Themen wie der Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum und die Instrumentalisierung von Theologie durch die extreme Rechte behandelt und regen die innerkirchliche und zivilgesellschaftliche Debatte an.

Wir beraten außerdem Multiplikator*innen und Leitungskräfte aus dem kirchlichen Raum im Umgang mit rechtsextremen Vorfällen. Dabei können wir auf ein breites und vor allem regional und lokal aktives Netzwerk verweisen, das aus unseren Sprecher*innen, Mitgliedern und Kooperationspartner*innen besteht.

Lesen Sie mehr in unserem Profilpapier.

Gründung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus wurde im Winter 2009 gegründet. Mit ihrer Gründung wollte die Arbeitsgemeinschaft eine Vernetzungs- und Kommunikationsplattform innerhalb kirchlicher Strukturen und Werke schaffen, um so die bereits bestehenden Initiativen und Arbeitsgruppen, die sich für eine demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus einsetzen, miteinander zu vernetzen.

Im Gründungsaufruf vom 11. November 2009 betont die BAG K+R, dass menschenverachtende, rassistische, antisemitische und demokratiefeindliche Einstellungen mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind. Weiterhin heißt es dort:

65 Jahre nach Kriegsende, 20 Jahre nach der friedlichen Revolution und der deutschdeutschen Vereinigung ist die Demokratie im Alltag Deutschlands in einem kritischen Zustand. Wir sehen vielerorts eine Entwicklung, in der sich demokratiefeindliche und –ferne Haltungen ausbreiten  und sich minderheitenfeindliche sowie rechtsextreme Einstellungen als Teil der Alltagskultur etabliert haben. […] An vielen Stellen engagieren sich Initiativen und demokratische Netzwerke gegen diese Entwicklung. Auch kirchliche Initiativen und Arbeitsgruppen haben sich auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds in den vergangenen Jahren immer wieder mit rechtsextremen Erscheinungsformen sowohl innerhalb der Kirche als auch in deren Umfeld auseinander gesetzt.“

Bei der Gründungsversammlung am 12.02.2010 in der Kreuzkirche Dresden betont der sächsische Landesbischof Jochen Bohl in seinem Grußwort:

[…] Wer sich im Geiste Jesu dem Gebot der Nächstenliebe verpflichtet weiß, wird sich gegen die neuen Nazis stellen. Wir wissen auch, dass es kein Zufall ist, was sich unbußfertig, rassistisch, antisemitisch und gewalttätig bemerkbar macht. Es ist eine Ideologie dahinter, die wir leider nur zu gut aus der Geschichte kennen. Es ist ein neues Heidentum, das in dem Schlagwort „Odin statt Jesus“ zum Ausdruck gebracht wird und dem christlichen Glauben feindselig gegenüber steht. So wünsche und hoffe ich, dass die BAG Rechtsextremismus gute und hilfreiche Beiträge in dem Kampf gegen die neuen Nazis leisten wird.