05.

Nov 2021

Konferenz  -  Evangelische Akademie Loccum / Münchehäger Str. 6, 31547 Rehburg-Loccum  -  05. November 2021, 15:00  -  06. November 2021, 12:30

Neurechtes Christentum

Rechtspopulistische und rechtsextreme Tendenzen in der Gesellschaft wirken sich auch auf das Christentum aus. Einige Vordenker*innen der sog. Neuen Rechten beziehen sich positiv auf das Christentum. Zugleich gibt es eine gewisse Akzeptanz für das neurechte Denken in bestimmten konservativ-christlichen Kreisen. Das „neurechte Christentum“ ist ein Phänomen, das an Gewicht gewinnt. Doch was genau ist darunter zu verstehen? Wie ist ihm zu begegnen? Nach Antworten sucht diese Tagung.

Seit einigen Jahren ist in der politischen Kultur ein Wandel zu beobachten: In der Grauzone zwischen dem klassisch konservativen und dem rechtsextremen Milieu hat sich die sogenannte „Neue Rechte“ etabliert. Zentral für diese Szene sind Zeitschriften wie die „Junge Freiheit“ und „sezession“, sowie der Verlag Antaios. Politisch wird die „Neue Rechte“ von Teilen der AfD repräsentiert.

Die Autor*innen und Repräsentant*innen beziehen sich dabei seit langem deutlich, offen und intellektuell durchaus anspruchsvoll auf das Christentum, und zwar sowohl in einer (vormodern) katholischen als auch in einer konservativ-lutherischen Form. Das Christentum gewinnt so für die „Neue Rechte“ immer wieder auch identitäts-stiftende Funktion.

Ein vertieftes Verständnis dieses Phänomens ist ebenso notwendig wie eine klare kirchliche Abgrenzung gegenüber einer Vereinnahmung für menschenfeindliche oder rassistische Ideologien. Gleichwohl ist auch eine kritische Auseinandereinsetzung mit der eigenen Ideengeschichte gefragt: Das neurechts-christliche Denken kann sich positiv auf bestimmte Motive der Theologiegeschichte beziehen. Zudem gibt es ganz offensichtlich Berührungspunkte bei bestimmten gesellschaftspolitischen Themen, namentlich bei traditionellen Familien- und geschlechtlichen Rollenbildern. Während so das neurechte christliche Denken in einigen konservativ-christlichen Kreisen durchaus attraktiv erscheinen kann, ist hier jedoch auch gleichzeitig eine klare Differenzierung zwischen dem evangelikalen bzw. konservativen Christentum und dem neurechten Denken nötig.

Kirche und Theologie sind in Veröffentlichungen und in Diskussionen in den Gemeinden mit dem Phänomen konfrontiert und müssen sich dazu verhalten. Diese Tagung will einen Schritt bei der Suche nach einem sinnvollen Umgang mit der Problematik gehen. Seien Sie herzlich dazu eingeladen!

Tagungsgebühr

120,00 € für Übernachtung, Verpflegung, Kostenbeitrag; für Schüler/innen, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstler sowie Arbeitslose Ermäßigung nur gegen Bescheinigung auf 60,00 €. Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.
Ein Drittel des Teilnehmerbeitrages wird als institutioneller Beitrag für die Evangelische Akademie Loccum erhoben.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich an im Internet unter www.loccum.de/tagungen/2163/ oder per E-Mail an das Tagungssekretariat an. Sollten Sie Ihre Anmeldung nicht aufrechterhalten können, teilen Sie uns das bitte umgehend mit. Bei einer Absage nach dem 29.10.2021 müssen wir 25% der Tagungsgebühr in Rechnung stellen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein vollständiger Impfnachweis bzw. eine Genesenen-Bescheinigung oder ein medizinischer Corona-Schnelltest (kein Selbsttest) nicht älter als 24 Stunden!

 

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Anmeldung

Programmflyer

 

Eine Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie Loccum, der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus.