BAGK+R – Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

Newsletter  -  19. März 2015

Newsletter der BAG Kirche und Rechtsextremismus - Nummer 2, März 2015

Liebe Freund_innen, liebe Leser_innen,

nur noch wenige Monate trennen uns vom diesjährigen Kirchentag in Stuttgart, an dem die BAG K+R mit verschiedenen Veranstaltungen und einem Infostand teilnehmen wird. Eines der Schwerpunktthemen der BAG K+R beim Kirchentag, wird die Auseinandersetzung mit der Aufarbeitung des NSU-Komplexes und die Rolle des Verfassungsschutzes sein. In unserem Newsletter finden Sie bereits interessante Programmpunkte der BAG K+R.

In unserem Newsletter informieren wir Sie über Podien, Diskussionen und Tagungen, die wir als BAG K+R gemeinsam mit Partner_innen umsetzen und möchten Sie auf die zahlreichen interessanten Veranstaltungen aufmerksam machen, die unserer Mitglieder in den jeweiligen Landeskirchen zu Themen der Auseinandersetzung mit Asylpolitik in den Kirchgemeinden, Landeskirchen und Bundesländern veranstalten.

Eine Auswertung der 4. Ost-West-Konferenz vom November 2014 in Mainz finden Sie ebenso im Newsletter, wie Informationen zur Finanzierung der BAG K+R.

Mit den neuen rechtspopulistischen Tönen, die seit einiger Zeit bei der AfD erklingen und die sich ebenfalls bei den rassistischen und islamfeindlichen Ressentiments der bundesweiten ~gida-Demonstrationen beobachten lassen, beschäftigt sich die BAG K+R bei ihrer diesjährige Vollversammlung im April.

 

Viel Spaß beim Lesen!

Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen,

Eure/ Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus


RÜCKBLICK AUF DIE OST-WEST-KONFERENZ 2014

Im November 2014 veranstaltete die BAG K+R unter dem Titel „Rassismus widersprechen – denn vor Gott sind alle gleich!“ in der zentralen Tagungsstätte des Mainzer Bistums ihre alljährliche Ost-West-Konferenz. Erstmalig konnten wir mit Unterstützung der Katholischen Kirche, der Deutschen Bischofkonferenz und des Bistums Mainz, eine Ost-West-Konferenz durchführen. Zentrales Anliegen der Konferenz war es, herauszuarbeiten, wie rassistische, neonazistische und rechtspopulistische Haltungen, wenn sie in der Gesellschaft unreflektiert und unwidersprochen bleiben, zur Normalisierung von Rassismus, menschenverachtender Diskriminierung und Ausgrenzung beitragen können. Die 4. Ost-West-Konferenz konkretisierte dieses Thema am Spannungsfeld des gesellschaftlichen Umgangs mit geflüchteten und asylsuchenden Menschen in Deutschland. Dabei legt sie einen Fokus auf die theologischen Grundlagen und pastorale Praxis für eine Willkommenskultur gegenüber Geflüchteten und Asylsuchenden. Die Workshops am zweiten Tag der Konferenz gingen den Fragestellungen des ersten Tages nach und konkretisierten die Themen. Die Workshops boten Raum für das Thema Kirchenasyl, sowie Argumentationstrainings gegen rassistische Stammtischparolen, einem Planspiel zu rechtspopulistischen Parolen und für die Frage nach dem Motor unseres Engagements.

Zum Abschluss der 4. Ost-West-Konferenz in Mainz, verabschiedeten die rund 100 Teilnehmenden, aus Kirchen und Zivilgesellschaft, die Mainzer Erklärung. Diese stellt aus aktuellem Anlass einen Appell an politisch Verantwortliche und kirchlich Engagierte dar und thematisiert u. a. Folgendes: Im gleichen Maße, wie deutschlandweit rassistische Proteste ungeahnte Ausmaße annehmen und Asyl suchenden Menschen eine Ankunft erschwert wird, engagieren sich in vielen kleinen und großen Kommunen Menschen unterschiedlicher Herkunft, sowie religiöser und politischer Überzeugungen, in Willkommensinitiativen.

Die Zunahme der Zahl von Asylsuchenden korrespondiert mit den zunehmenden weltweiten Konflikten und ökologischen, sowie ökonomischen Krisen – und erinnert uns an unsere Verantwortung als Christ_innen und zivilgesellschaftlich Engagierte. Die christliche Nächstenliebe verlangt eine klare Haltung: an der Seite der Verfolgten und Bedrohten, für deren Menschwürde einzutreten und die Politik daran zu erinnern, dass die Bundesrepublik historisch und aktuell eine Verantwortung für Flüchtende trägt. Denn die Fluchtursachen stehen auch im direkten oder indirekten Bezug zur deutschen und europäischen Außen- und Wirtschaftspolitik.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus fordert daher eine Politik, die Flüchtende schützt und nicht zur Zielscheibe rassistischer Hetze macht. Menschen in Not sollen nicht als die Anderen, sondern als Teil unserer Gesellschaft behandelt werden. Die Arbeitsgemeinschaft erwartet von Politiker_innen aller demokratischen Parteien ein Handeln in Richtung fairer und zügiger Asylverfahren, menschenwürdiger Unterbringungen und frei zugänglicher Deutsch- und Integrationskurse.

Eine ausführliche Dokumentation der Konferenz, sowie eine Auswertung derer, finden Sie auf unserer Homepage (4. Ost-West-Konferenz 2014 (Mainz/Rheinland-Pfalz)).

Der Sprecher_innenrat der BAG K+R hat sich aufgrund einer erfahrungsgemäß hohen Veranstaltungs- und Tagungsdichte im Herbst dazu entschieden, die 5. Ost-West-Konferenz in den Frühjahreszeitraum zu verlegen. Deshalb lädt die BAG K+R Sie schon jetzt – mit der Bitte sich diesen Termin vorzumerken – zur 5. Ost – West-Konferenz vom 15. April – 16. April 2016 in die Akademie Villigst in Schwerte ein.

Im Herbst dieses Jahres wird die BAG K+R anstelle einer Konferenz, in Berlin einen Parlamentarischen Abend mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages veranstalten.

Thematisch soll es dabei um rechtspopulistische Aufladung von gesellschaftlichen Debatten gehen, die sich aus unterschiedlichen Quellen, wie der Neurechten Bewegung, dem Neonazismus und dem Alltagsrassismus speisen und so ein langfristiges und starkes zivilgesellschaftliches Engagement als Gegenpol notwendig machen. Auf dem Parlamentarischen Abend möchten wir auch mit Bundestagsabgeordneten über die Möglichkeiten einer Gesetzesvorlage zur langfristigen Sicherung der Arbeitsgrundlagen zivilgesellschaftlichen Engagements auf Bundesebene diskutieren.

Alle weiteren Informationen werden in Kürze bekannt gegeben.


VOLLVERSAMMLUNG DER BAG K+R IM APRIL 2015

Die 5. Vollversammlung der BAG K+R rückt schon in greifbare Nähe. Vom 17. April bis 18. April 2015 treffen sich die Mitglieder der BAG K+R in Soest. Die Einladungen an die Mitglieder sind versendet und wir hoffen auf zahlreiche Anmeldungen zur diesjährigen Vollversammlung, die sich aktuellen Themen widmet.

Der erste Tag der Vollversammlung steht dieses Mal unter dem Motto: Kirche unterwegs – zwischen Arbeit mit geflüchteten Menschen und Pegida. Wir wollen uns hier zu Debattenlagen in Kirche bei der Unterstützung von geflüchteten Menschen, zur Arbeit in Willkommensbündnissen, zu gelungener Arbeit und zum Umgang mit rassistischen Stimmungslagen in Kirche und Kommune austauschen.

Am Abend stellt sich unser gastgebendes Haus, die evangelische Frauenhilfe Westfalen kurz vor. Im Anschluss daran gibt es einen Impuls, wie die Auseinandersetzung mit dem NSU und den derzeit laufenden Aufarbeitungsprozessen in den Ländern und im Bund, in die Regionen getragen werden, um dort die Diskussionen zu beleben. Dazu wird auch das Beispiel einer Bildungsreise vom Aktionsnetzwerk „Tolerantes Brandenburg“ und der BAG K+R vorgestellt.

Am zweiten Tag der Vollversammlung liegen die Schwerpunkte auf internen Themen. So werden u.a. durch den Sprecher_innenrat der Rechenschaftsbericht 2014 vorgestellt, sowie Schwerpunktsetzungen für das laufende Jahr besprochen.


DIE BAG K+R BEIM KIRCHENTAG IN STUTTGART „Damit wir klug werden“

In diesem Jahr ist es wieder soweit – vom 03. Juni bis zum 07. Juni 2015 findet der 35. Kirchentag unter dem Motto „Damit wir klug werden“ (Psalm 90, 12) statt. Dieses Mal in Stuttgart. Auch in diesem Jahr wird die BAG K+R zahlreiche spannende Veranstaltungen anbieten und mit einem Infostand auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten sein.

Die BAG K+R freut sich auf Ihren und Euren Besuch an unserem Infostand (Zelthalle 4; Bereich: Bürgerschaftliches Engagement) und über die Teilnahme an unseren Veranstaltungen! Das gesamte Programm des Kirchentages steht ab Ende März online zur Verfügung.

Für einen kleinen Vorgeschmack auf unsere Veranstaltungen, hier schon mal eine Übersicht:

Podium „Schützt der Verfassungsschutz unsere Demokratie? Abschied von einer Illusion“

Datum:              05. Juni 2015

Zeit:                   11.oo – 13.oo Uhr

Ort:                   voraussichtlich große Halle

Podiumsgäste: Clemens Binninger MdB (Innen- und Sicherheitsexperte), Dorothea Marx MdL (NSU-Untersuchungsausschusses Thüringen), Winfried Ridder (Politologe, ehem. Referatsleiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz) und Andrea Röpke (Politologin, Journalistin)

Eröffnungsimpuls: Hans Lexendecker (Süddeutschen Zeitung)

Moderation: Dr. Martina Weyrauch (LzpB Brandenburg) und Fritz Mielert (Geschäftsführer von Die Anstifter e.V.)

Podiumsdiskussion „NSU-Komplex“

Datum:              05. Juni 2015

Zeit:                   15.30 – 16.15 Uhr

Ort:                   Marktplatz in Zelthalle 4

Beschreibung:

Katharina König MdL (Thüringen und NSU – Untersuchungsausschuss) wird die Ergebnisse des Abschlussberichtes des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses kommentieren und Forderungen an Bundes- und Landespolitik vortragen. Diese Erfahrungen werden in der Diskussion mit den ersten Ergebnissen des NSU-Untersuchungsausschusses in Baden-Württemberg verglichen.

Erfahrungs- und Praxis-Werkstatt „Kirchliche Jugendarbeit gegen Menschenfeindlichkeit“

Datum:              04. und 06. Juni 2015

Zeit:                   11.oo – 13.oo Uhr

Ort:                   Friedenszentrum und Zentrum Jugend

Beschreibung:

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Wenn Christ_innen menschenfeindliche Einstellungen vertreten, handeln sie gegen Gott. ASF entwickelt in Kooperation mit der baden-württembergischen Landeskirche und der BAG K+R Module für die kirchliche Jugendarbeit zu Themen wie Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Der Workshop stellt diese Arbeit vor. Es geht neben Erfahrungsaustausch um das praktische Ausprobieren und auch um werkstattartiges Entwickeln von Methoden, die Menschen dazu ermutigen, Ausgrenzung und Rassismus zu widerstehen.


Weitere Veranstaltungen, die die BAG K+R empfiehlt

Planspiele zu den Themen „Neuheidentum“ und „Rassismus in Alltagssituationen – was tun?“

Datum & Zeit noch unbekannt

Beschreibung:

Planspiel bezeichnet eine Methode zur Simulation komplexer, realer und alltagsnaher Situationen. Am Beispiel einer fiktiven Situation wird mit großen Gruppen von Teilnehmer_innen eine praxisnahe Aufgabenstellung vorgestellt. Es besteht die Möglichkeit eine Problemlösung in verschiedenen Rollen zu erarbeiten und so einen Perspektivenwechsel für ein vermeintlich bekanntes Szenario vorzunehmen. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich neue kreative Lösungsstrategien zu erschließen.

Die Planspiele fanden bereits auf den vorangegangenen Kirchentagen mit großer Resonanz statt. Die BAG K+R empfiehlt diese Veranstaltungen, da sie sich eng an realen Alltagsproblemen in Kirchgemeinden orientieren und so Anregungen für die eigene Arbeit bieten.

IN EIGENER SACHE – ZUR FINANZIERUNG DER BAG K+R

Die BAG K+R konnte ihre Arbeit der vergangenen Jahren – die jährlichen Ost-West-Konferenzen, verschiedene Veranstaltungen in den Regionen und bundesweite Kampagnen, sowie die Unterstützung der Geschäftsstelle auf der Basis der Kollekte des Kirchentages in Hamburg finanzieren. Diese hat uns als BAG K+R sehr geholfen, um uns bundesweit bekannter zu machen, neue Mitglieder für unsere Arbeit zu interessieren und Veranstaltungen in den verschiedenen Landeskirchen durchzuführen.

Ab 2015 wird die BAG K+R aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt, das eine Finanzierungszusage für die nächsten 5 Jahre für die Arbeit der BAG K+R als bundesweiter Träger gemacht hat. Über die anteilige Finanzierung freuen wir uns sehr. Gleichzeitig engagagiert sich die Nordkirche im Projekt „Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ verstärkt in diesem gesellschaftlichen Bereich. Darüber hinaus unterstützt die Nordkirche die BAG K+R auch finanziell mit jährlich 3.000 €, die wir als BAG K+R für die laufende Arbeit, für Tagungen, Projekte und Kampagnen sehr gerne mitverwenden werden.

NORDKIRCHE stärkt ENGAGEMENT für DEMOKRATISCHE KULTUR

Nordkirche stärkt Engagement für demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus

Mit dem auf zunächst fünf Jahre angelegten Projekt „Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden“, verstärkt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland ihr Engagement für eine demokratische Kultur und setzt sich mit rechtsextremistischen Strömungen in der Gesellschaft und auch in der Kirche auseinander.

Das Forum bringt Menschen inner- und außerhalb der Kirchen in Norddeutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein), die sich in den Themenfeldern Demokratiestärkung, Menschenrechtsarbeit, Migrationspolitik sowie gegen Rechtsextremismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit engagieren, zusammen.

So dient das Forum der Vernetzung der verschiedenen Agierenden, die sich im Bereich der Nordkirche für demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus engagieren. Im gemeinsamen Austausch werden die unterschiedlichen Denk- und Handlungsansätze wahrgenommen.

Schwerpunkt der Arbeit ist der Erfahrungsaustausch von Agierenden und Beratungsangeboten inner- und außerhalb der Kirchen, die theologische Vergewisserung, die Analyse und Reflexion im Themenfeld sowie die Sensibilisierung in den Gemeinden, Einrichtungen und Leitungsgremien der Kirchen.

Einmal im Jahr wird das „Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ zu einer Tagung einladen, die sowohl dem Erfahrungsaustausch dient und sich zugleich mit einem je spezifischen Thema analytisch und reflektierend auseinandersetzt. Dies geschieht im Diskurs, angestoßen durch Referate, Bibelarbeiten und Workshops.

Unter dem Titel „Fürchte Dich nicht! Wenn Angst Menschen bewegt“ wird die diesjährige Tagung am 3./4. Juli 2015 in Güstrow stattfinden.

Sebastian Borck, Leiter des Hauptbereichs 2 der Nordkirche für Seelsorge, Beratung und ethischen Diskurs: „»Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland tritt ein […] für die Wahrung der in der Gottebenbildlichkeit gründenden Menschenwürde und der Menschenrechte in der Welt. (Sie) wendet sich gegen alle Formen der Diskriminierung und fördert ein von Gleichberechtigung bestimmtes Zusammenleben der Menschen.« So heißt es in Artikel 1 der Verfassung der Nordkirche. Das ist uns Verpflichtung und Ansporn zum Demokratie-Lernen, zu menschenrechtsorientierter Arbeit und zur Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus, wie er uns in Gemeinden und anderswo begegnet. Wir sehen uns dabei aufeinander angewiesen. Deshalb gestalten wir in der Nordkirche dieses Forum. Deshalb suchen wir den Austausch mit anderen Landeskirchen und unterstützen die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus personell und regelmäßig auch finanziell.“

Initiatoren und Kontakt:

Pastor Klaus-Dieter Kaiser, Evangelische Akademie der Nordkirche, Akademiedirektor

Julika Koch, Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland, Referat Friedensbildung

Joachim Nolte, Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, Beauftragter ‚Kirche und Rechtsextremismus‘

Karl-Georg Ohse, „Kirche stärkt Demokratie“, ein Projekt der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland


AUS DEN REGIONEN, LANDESKIRCHEN UND DIÖZESEN

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Während ihrer Frühjahresvollversammlung stellte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am 25. Februar 2015 den katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vor. Die Auszeichnung soll herausragendes kirchliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro unterstützen und kann auf bis zu drei Träger_innen aufgeteilt werden. Der Preis soll Personen, Gruppen oder Organisationen auszeichnen, die in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus tätig sind oder sich prägend an ökumenischen oder gesellschaftlichen Initiativen beteiligen. Auch hauptamtlich bei der Kirche beschäftigte Personen können ausgezeichnet werden, wenn sie sich in besonderer Weise über das dienstlich geschuldete Maß hinaus engagieren. Bewerbungen und Vorschläge können noch bis zum 30. April 2015 an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gerichtet werden.

Weitere Informationen zu den Beweggründen der Initiative und den Auswahlverfahren der potentiellen Preisträger_innen sind auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz (http://www.dbk.de/katholischer-preis-gegen-fremdenfeindlichkeit-und-rassismus/home) zu finden.

Erklärung der Evangelischen Akademie der Nordkirche zur offenen Diskurskultur

Die Evangelische Akademie der Nordkirche gab am 4. März 2015 aus aktuellem Anlass eine Erklärung zur „offenen Diskurskultur“ ab. Grund dazu geben die zahlreichen kontroversen Diskussionen über die Möglichkeiten und Grenzen eines Dialoges in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. Während verschiedene Organisationen und Einzelpersonen einem Dialog mit ~gida- und AFD-Agierenden kritisch gegenüberstehen oder gar ablehnen, begrüßt die Evangelische Akademie der Nordkirche diese Debatte. In ihrer Erklärung wird deutlich, dass verschiedene Perspektiven und sich ergänzende Ansätze wichtiger Bestandteil einer Demokratie sind und gefördert werden sollten. Die Akademie fordert eine Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, die Solidarität mit den Opfern von Gewalt und Diskriminierung, Klarheit in der Sache, Bereitschaft zum Dialog, politische Bildung, Einsatz für Meinungsfreiheit und ein kritisches Selbstbewusstsein braucht.

Auf die Erklärung der Evangelischen Akademie der Nordkirche kann unter folgendem Link zugegriffen werden: http://www.akademie-nordkirche.de/assets/Akademie/Jahresordner-2015/Doerte-Bluhm/Disurskultur/Offene-Diskurskultur.pdf


EMPFEHLENSWERTE PUBLIKATIONEN

Buch „Lebendiger ländlicher Raum. Herausforderungen – Akteure – Perspektiven“

In Kooperation mit verschiedenen Akteur_innen hatte sich die Akademie von 2011 bis 2013 in dem Projekt der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V. besonders mit dem Schwerpunkt „Intergenerativer Gemeinsinn im ländlichen Raum“ befasst.

Der Band vereinigt Ergebnisse des Projekts, Analysen aus der Praxis der Demokratiebildung und wissenschaftliche Beiträge aus Tagungen der Akademie. Besonders thematisiert werden die spezifischen Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich u. a. aus der demografischen Entwicklung, dem schwierigen Erbe der SED-Diktatur, einer sich im Aufbau befindlichen Zivilgesellschaft, sowie aus der Auseinandersetzung um eine zukunftsfähige Agrarpolitik ergeben.

Mehr Informationen zur Publikation können Sie der Internetseite der Akademie Nordkirche entnehmen (http://www.akademie-nordkirche.de/publikation/publikationseite/34).

Neue Broschüre: Geflüchtete willkommen heißen! Erfahrungen und Berichte aus der Praxis

In den vergangenen Monaten gehörten Recherche und Beratung zu und Aufklärung über extrem rechte Kampagnen gegen die Unterkünfte von Geflüchteten genauso zu den Schwerpunkten des Mobilen Beratungsteams Hamburg (MBT Hamburg), wie auch die Unterstützung von Initiativen, die sich für die Geflüchteten und ihre Rechte einsetzen und gleichzeitig auch Rassismus der Mehrheitsgesellschaft kritisieren. Im Rahmen dieser Arbeit wurde einerseits die menschenverachtende Politik von extrem rechten und rechtspopulistischen Agierenden im Umfeld geplanter, neu gebauter oder in Betrieb genommener Unterkünfte für Geflüchtete in verschiedenen Hamburger Stadtteilen verfolgt und die Verbindungen zu alltagsrassistischen Meinungsäußerungen und Handlungen aus der Mitte der Gesellschaft heraus beobachtet.

In dieser kleinen Broschüre (36 Seiten, farbig) geht es dem MBT Hamburg vor allem darum, diese Erfahrungen und die damit verbundenen Reflexionen sichtbar zu machen, um den Austausch zu intensivieren und unterschiedliche antirassistische Praxen zu unterstützen.

Die Broschüre kann sowohl digital, als auch in der gedruckten Fassung per Mail (mbt@hamburg.arbeitundleben.de) oder telefonisch unter (040)284016-11 angefordert werden.

NACHDRUCKE ANGEKOMMEN!

„Was tun, damit‘s nicht brennt?“ – Leitfaden zur Vermeidung von rassistisch aufgeladenen Konflikten im Umfeld von Sammelunterkünften

Flüchtlinge werden einmal mehr in der gesamten Bundesrepublik Opfer rechtsextremer Gewalt und Anfeindungen. Dabei sind sie als Schutzbedürftige nach ihrer Ankunft in Deutschland auf konkrete Unterstützung innerhalb ihrer neuen Umgebung angewiesen. Eine engagierte Zivilgesellschaft muss daher beides leisten: Geflüchteten helfen und rechtsextremen Tendenzen entschieden entgegentreten.

Mit dieser Handreichung stellen wir Handlungsempfehlungen für ein breites Spektrum zivilgesellschaftlicher Gruppen vor. Angesprochen sind Kirchengemeinden und andere Religionsgemeinschaften, Nachbarschafts- und Gewerkschaftsgruppen, antirassistische und Flüchtlingsinitiativen sowie Einzelpersonen, die für eine demokratische Vielfalt einstehen und sich gegen rechtsextreme Mobilisierung vor Asylbewerber_innenheimen und bei Bürger_innenversammlungen wehren wollen. Diese Einzelpersonen und Gruppen haben meist sehr unterschiedliche politische Positionen, ethische Orientierungen und Handlungsformen.

Diese Handreichung soll dazu ermutigen, miteinander zu arbeiten und die möglichen Unterschiede auszuhalten, sie im besten Fall produktiv einzusetzen. Ziel ist es, im Interesse einer menschenfreundlichen und demokratischen Gesellschaft mit einander in lokalen Bündnissen gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Kampagnen anzugehen und Geflüchtete zu unterstützen.

Die BAG K+R hat aufgrund der großen Nachfrage diese Publikation nachdrucken lassen. Sie kann wieder in der Geschäftsstelle in Berlin bestellt werden oder online als Download (wastun_webversion_neu) genutzt werden.


TERMINE, VERANSTALTUNGEN & AKTIONEN

  1. bis 27. März 2015, Hannover

|Internationale Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus widmen sich alljährlich deutschlandweit der Arbeit gegen Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus. Seit Jahren ist in Hannover ein breites Bündnis aktiv, um innerhalb dieses Zeitraumes Veranstaltungen zu diesen Themenbereichen anzubieten. In Zeiten wie diesen mit vielen Menschen auf der Flucht, PEGIDA-Demonstrationen und Anschlägen gegen Zeitungen gewinnen die Themen Rassismus und Intoleranz leider an Aktualität. Besonders schwierig wird es, wenn sich Rassismus und Intoleranz hinter einem »Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…« verstecken.

In diesem Jahr soll dafür sensibilisiert werden, ein wenig genauer hinzu hören und hinzuschauen. Die Internationale Woche gegen Rassismus in Hannover möchte informieren, diskutieren und motivieren, Diskriminierung zu benennen und gemeinsam für Respekt und ein vielfältiges Miteinander einzutreten.

Alle weiteren Informationen zum Programm und den einzelnen Veranstaltungen hier: http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Soziales/Integration-Einwanderung/Projekte-und-Themen/Internationale-Wochen-gegen-Rassismus/Internationale-Woche-gegen-Rassismus-2015.

  1. März 2015, Hamburg

|Fachveranstaltung „Verantwortung übernehmen im Norden“

Verantwortung übernehmen im Norden ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Rates für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein, des Rates für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern, des DGB Nord und des Landespräventionsrates Niedersachsen.

Sie findet seit 2000 statt und beinhaltet vor allem die Vorstellung von politischen Strategien zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und zur Verhinderung von Gewalt gegen Fremde. Dabei werden Beispiele erfolgreicher Präventionsarbeit gegen rechtsextremistische und fremdenfeindliche Haltungen und Aktionen präsentiert.

Ziel der Veranstaltungsreihe „Verantwortung übernehmen im Norden“ ist primär eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus, auch unabhängig von der Tagespolitik. Der Informationsaustausch zwischen den norddeutschen Bundesländern, zwischen den in der lokalen, staatlichen, institutionellen und betrieblichen Präventionsarbeit engagierten Menschen soll gefördert werden, um so das Netzwerk präventiver Arbeit zu stärken.

Alle weiteren Informationen zum Programm und den einzelnen Veranstaltungen hier: http://www.lpr.niedersachsen.de/nano.cms/praevention-von-rechtsextremismus?XA=details&XID=18.

  1. März 2015, Hildesheim

| Demonstration: Aufstehen gegen Rechts!

Start: 13:30 Uhr, Ort: „An der Lilie“

Am 21. März 2015 wollen in Hildesheim unter dem Motto „Gegen Überfremdung“ erneut Neonazis aufmarschieren – an einem Tag, der international als Tag gegen Rassismus begangen wird. Das Bündnis gegen Rechts Hildesheim ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, den öffentlichen Raum nicht den Nazis zu überlassen! Bereits bei den Neonaziaufmärschen 2007 und 2010 in Hildesheim hatte sich ein breites Bündnis gegen die menschenverachtende Propaganda gestellt. Der angekündigte Neonazi-Aufmarsch fällt in das 1200. Jahr des Bestehens unserer Stadt. Hildesheim kann sich heute als eine bunte Stadt mit 100.000 sehr vielfältigen Menschen und Einrichtungen und Lebensentwürfen feiern. Zu Hildesheim gehören historisch und aktuell aber auch viele leidvolle Erfahrungen, die mahnen, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Aufstehen gegen Rechts (http://www.buendnis-gegen-rechts-hildesheim.de/

  1. bis 25. März 2015, Lutherstadt Wittenberg

| Tagung „Anhalt[er]kenntnisse“ Befreit zur Verantwortung – Reformation und Politik

Über 80 Jahre nach der Bekenntnissynode von Barmen fragen wir nach den Wechselwirkungen zwischen protestantischem Bekennen und verantwortlichem politischen Handeln. In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Podiumsdiskussionen der Tagung werden weiterhin die Entwicklung der protestantischen Friedensethik und deren aktuelle Herausforderungen dargestellt. Die EKD hat sich unlängst zu den Erfahrungen mit dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und den daraus abzuleitenden Aufgaben protestantischer Friedensethikpositioniert. Sind solche Worte der Kirche vorwiegend politisches Statement, oder erfüllen sie den Anspruch, gesellschaftliche Debatten durch theologisch-ethische Impulse mitzugestalten? Am Beispiel der Evangelischen Landeskirche Anhalts wird die Beziehung von Kirche und Staat pars pro toto untersucht. Alle weiteren Informationen zum Programm und den einzelnen Veranstaltungen hier: http://ev-akademie-wittenberg.de/sites/default/files/downloads/2015_21_anhalter_kenntnisse_homepage_0.pdf.

  1. bis 24. April 2015, Altenkirchen

|Fachtagung: Naturschutz gegen Rechtsextremismus „Natürlich gegen Rechts“

„Wollen Rechtsextremisten aufs Land?!“Dieser Eindruck kann entstehen, wenn man einen Blick in rechtsextreme Medien und Publikationen wagt. Es gibt gefährliche Überschneidungen von grundlegenden Inhaltenzwischen Naturschutz und rechtsextremen Meinungen. Daher können sich Rechtsextreme an den Forderungen des Naturschutzes bedienen. Mit Aktionen, Protesten, Projekten setzten sich Erwachsene und Jugendliche für den Erhalt der Umwelt und Natur ein. Wie können Erwachsene und Jugendliche die feinen Unterschiede und die hintergründige rechtsextreme Aussage erkennen?

Was sind Gegenargumente, die den rechtsextremen Hintergrund aufdecken? Gibt es Bildungsansätze, die gezielt ein offenes, tolerantes und demokratisches Weltbild unterstützen und so präventiv gegen rechtsextreme Einflüsse im Natur- und Umweltschutz entgegen wirken? Auf der Tagung sollen umfassende Kompetenzen und ein fundiertes Wissen über rechtsextreme Einflüsse im Natur- und Umweltschutz vermittelt werden. Zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements gehen wir u.a. folgenden Fragestellungen nach: Wo gibt es Überschneidungen zwischen Natur- und Umweltschutz und rechtsextremen Inhalten? Welche Hilfestellungen gibt es in der Arbeit mit Jugendlichen im Umgang mit Naturschutz und Rechtsextremismus? Welche methodischen Zugänge zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Rechts gibt es? Weitere Informationen finden Sie im Flyer (http://www.lja.de/wp-content/uploads/Flyer-Nat%C3%BCrlich-gegen-Rechts-2015.pdf) der Veranstaltenden.

  1. April 2015, Celle

| Vortrag: „NSU-Prozess: Zwischen Vertuschung und Aufklärung“

Der Arbeitskreis Ausländer, das Froum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und das Diakonische Werk Celle laden zu einem Informations- und Vortragsabend mit dem Rechtsanwalt Yavuz Narin ein. Herr Narin ist Nebenklageanwalt in dem seit Mai 2013 laufenden Verfahren gegen Beate Zschäpe sowie vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer des Naziterror Netzwerks Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Er ist nahezu an jedem Verhandlungstag in München anwesend, daher werden wir durch ihn sicher sonst kaum erfahrbare Eindrücke und Einblicke in den Prozess erhalten. Es werden bei dem Vortrag von Herrn Narin neben der Verstrickung der Behörden die Opferperspektiven sowie die rassistische Stigmatisierung der Opfer und deren Angehörigen thematisiert.

Ort: Kreuzkirchengemeinde; Windmühlenstraße 45; 29221 Celle

Uhrezeit: 19 Uhr

  1. April 2015, weltweit/online

|Reporting Hate Crime // Hassverbrechen / Volksverhetzung melden

Das Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODIHR) (dt. Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte) arbeitet derzeit einen Bericht über Hassverbrechen in den 57 OSZE-Staaten vor, die im vergangenen Jahr 2014 vorgefallen sind. Als Hassverbrechen können alle Verbrechen bezeichnet werden, die durch Vorurteile motiviert sind und die Sicherheit von Individuen, ihren Bezugsgruppen und ganzen Gesellschaften gefährden. Bis zum 30. April 2015 haben unter anderem Individuen und Organisationen die Möglichkeit, Vorfälle online zu melden und damit zu einem Überblick über die Lage und Situation bzgl. Hassverbrechen und Volksverhetzung in ihrem Land beizutragen. Der vollständige Bericht wird zum Internationalen Tag der Toleranz am 16. November 2015 auf der Hatecrime Reporting Website (http://hatecrime.osce.org/) vorgestellt.

Beiträge der Zivilgesellschaft für die jährliche ODIHR-Berichterstattung über Hassverbrechen können an folgende E-Mailadresse geschickt tndinfo@odihr.pl und mit dem Betreff „HCR 2014 (NAME OF YOUR GROUP/ORGANIZATION)“ versehen werden.

  1. und 8. Mai 2015, Köln

|Fachtagung: „Opa war in Ordnung! Erinnerungspolitik der extremen Rechten“

Am 8. Mai 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 70. Mal. Die Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus geht zumeist einher mit der Forderung, aus der Geschichte zu lernen. Die Vielzahl extrem rechter Gegenerzählungen war dabei immer eine Herausforderung für die historisch-politische sowie politische Bildungsarbeit. Hierzu zählen Berichte ehemaliger „Landser“, die Heldenstilisierungen von nationalsozialistischen Funktionären in Liedtexten extrem rechter Bands oder Demonstrationen als erinnerungspolitische Großevents des neonazistischen Spektrums.

Im Zentrum der Fachtagung stehen in Vorträgen und Workshops zentrale Fragen für die pädagogische Arbeit. Es wird diskutiert, worin die neonazistische Erinnerung(spolitik) besteht, wie sie Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermittelt oder für Kampagnen aufbereitet wird. Außerdem wird darüber diskutiert, welche Bedeutung die Beschäftigung mit dem Zweiten Weltkrieg für Einstiegsprozesse in rechtsextreme Szenen hat und wie rechtsextreme Geschichtsmythen gebrochen werden können.

Anmeldungen bis zum 24. April 2015, das vollständige Programm und alle weiteren Informationen unter www.bpb.de/erinnerungspolitik-extreme-rechte.


Impressum

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus

c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

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