BAGK+R – Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

Newsletter  -  3/2021  -  11. Oktober 2021

Newsletter der BAG Kirche + Rechtsextremismus 3/2021

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

der Herbst steht vor der Tür und wir haben vieles zu berichten und zu empfehlen. Diesmal senden wir unseren Newsletter direkt von unserem diesjährigen Forum aus Bonn – mit herzlichen Grüßen und dem Tagungsbericht. Es war schön, neue und bekannte Gesichter zu sehen und sich gemeinsam auszutauschen.

Wir freuen uns außerdem, die neue Ausgabe der BAG K+R-Schriftenreihe „Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte“ vorzustellen. Sie kann unten als PDF heruntergeladen werden. Darüber hinaus können wir Euch und Ihnen für die anstehende kalte Jahreszeit zahlreiche Veranstaltungen ans Herz legen. Unsere eigenen Veranstaltungen beschäftigen sich mit dem Verhältnis zwischen der „Neuen“ Rechten und dem Christentum, christlichem Antijudaismus sowie der Selbstenttarnung des NSU vor 10 Jahren. Weitere Hinweise auf Veranstaltungen sowie Buch- und Filmempfehlungen runden den Newsletter ab.

Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen

Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus


1. Zweite Ausgabe der Schriftenreihe „Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte“ erschienen

Ob im Rechtpopulismus oder in der sogenannten „Neuen Rechten“ – seit langem wird dort auf religiöse Motive zurückgegriffen. Christliche und vermeintlich christliche Elemente sind für das Denken von weiten Teilen der „Neuen Rechten“ gar identitätsstiftend. In ihrer Schriftenreihe „Einsprüche“ setzt sich die BAG K+R mit der Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte auseinander und blickt dabei auf Ideologien, Akteur*innen und Strategien.

In der nun vorliegenden zweiten Ausgabe schaut Sonja Angelika Strube auf Internetangebote, die am rechten Rand der Kirchen Brücken schlagen zwischen politisch neurechten und christlich-konservativen Milieus. Dabei analysiert sie, welche Themen im Vordergrund der Berichterstattung stehen und welche inhaltlichen Gemeinsamkeiten zwischen den Milieus bestehen. Sie stellt zudem die Frage, wie gezielt menschenfreundliche religiöse Stile dazu beitragen können, politisch neurechten Einstellungen entgegenzutreten.

Harald Lamprecht untersucht zwei Sammelbände aus dem selbsternannten „rechten Christentum“. Er analysiert gemeinsame Motive, Annahmen und Themen der Autor*innen der ökumenischen Buchprojekte von rechts – und erhebt Einsprüche. Lamprecht äußert Kritik vor allem daran, dass die Autor*innen biblische Texte und das christliche Menschenbild für die Legitimation von rechter Politik und Menschenverachtung missbrauchen.

Beiden Beiträgen voran geht ein Grußwort von Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Darin befürwortet er eine explizit kritische, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Versuchen einer theologischen Begründung rechten Gedankenguts und bezieht deutlich Stellung für Nächstenliebe, Menschenfreundlichkeit und die gottgegebene gleiche und unveräußerliche Würde aller Menschen.

Die Broschüre steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit. Die Printausgabe kann vorbestellt werden und wird ab November versendet.

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2. Rückblick: Hybrid-Forum der BAG K+R am 8./9. Oktober

      

Copyright Fotos: Dominik Bund (www.dominikbund.de)

 

„Wir müssen uns nicht schämen, sondern eine intersektionale kritische Haltung einüben“

Kirche, Wissenschaft und Praxis werfen einen selbstkritischen Blick auf den Zusammenhang von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus

Am 8./9. Oktober fand in Bonn die diesjährige Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand der Zusammenhang zwischen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Insgesamt 90 Teilnehmer*innen diskutierten vor Ort und online über die gesellschaftliche und kirchliche Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen.

Schon in den Grußworten setzten Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Inna Goudz, Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde am Nordrhein, und Gregor Podschun, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), klare Akzente. Trotz unterschiedlicher Perspektiven sprachen sie sich dafür aus, dass Zivilgesellschaft, Kirche und auch Sicherheitsbehörden stärker intersektional sowohl auf eigene Fehler und Möglichkeiten blicken, als auch Solidarität mit denen üben, die von Mehrfachdiskriminierung tagtäglich betroffen sind. Aufklärung und Selbstreflexion seien dafür unabdingbar, so Gregor Podschun abschließend.

Die Intersektionalität von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus wurde anschließend im Hauptvortrag von Dr. Katharina von Kellenbach von der Evangelischen Akademie zu Berlin, und Pfarrer Lusungu Mbilinyi genauer beleuchtet. So schilderte von Kellenbach in ihrem Vortrag, dass Rassismus, Sexismus und Antisemitismus ideologisch und aufgrund ihrer Geschichte des Widerstands zusammenhängen, sich gleichzeitig aber auch deutlich unterscheiden.  Rassismus und Sexismus teilten stärker das Fundament der Ideologie der Unterwerfung und Ausbeutung, Antisemitismus sei vor allem eine Vernichtungsideologie, so die Theologin.

Mbilinyi verdeutlichte anhand seiner Arbeit in Tansania und Deutschland, wie er nach und nach lernte, dass Theologie – selbst seine eigene – rassistisch, antisemitisch und sexistisch sein kann. Er plädierte dafür, eine kritische Haltung einzunehmen, aber auch Geduld mit der schwierigen Aufgabe intersektionaler Theologie zu entwickeln. Vor allem sei es wichtig, nicht bei der Scham über die eigenen Fehler zu verweilen oder an ihr zu verzweifeln, sondern kritisch (an sich) weiterzuarbeiten.

Am zweiten Tag regte Prof.in. Dr. Astrid Messerschmid eine intersektionale Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Kolonialverbrechen an und sprach sich dafür aus, beide nicht miteinander in Konkurrenz zu setzen [weiterlesen].

Die Auseinandersetzung mit den zwei moralischen Narrativen des 20. Jahrhundert müsse weniger identitätspolitisch geführt werden, sondern stärker ein historisches Wissen über Strukturen und Ideologien erarbeiten, die bis heute fortwirken.

Im Anschluss stand eine Studie der Evangelischen Kirche Deutschland im Mittelpunkt. Die Studie untersucht die politische Kultur in Kirchengemeinden. In der Diskussion mit Professor Dr. Peter Rieker, Professorin Dr. Claudia Schulz und Dr. habil Hilke Rebenstorf ging es insbesondere darum, wie die Studie für die kirchliche Arbeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit genutzt werden kann. Für die gemeindliche Auseinandersetzung mit polarisierenden Einstellungen und Reaktionen auf gesellschaftlichen Entwicklungen brauchen Gemeinden vor allem Zeit und Begleitung, so Prof.in Dr. Claudia Schulz.

In zehn Workshops konnten die Teilnehmer*innen in Bonn schließlich viele Themen vertiefen und um eigene Erfahrungen und Ideen ergänzen. So wurden bspw. israelbezogener Antisemitismus in kirchlichen Kontexten, Verschwörungsideologien, Grundlagen antirassistischer Haltung, die nordrheinwestfälische Neonazi-Szene sowie Perspektiven für digitales Engagement und Vernetzung diskutiert.

Das Forum fand statt in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Evangelischen Akademie zu Berlin, dem Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus Dortmund, der Evangelischen Akademie im Rheinland, der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW, dem Rheinischen Dienst für Internationale Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Evangelischen Forum Bonn.


3. Aus den Regionen, Landeskirchen und Diözesen

Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention
Policy Paper: Empfehlungen an die neue Bundesregierung

Am 26. September 2021 wurde ein neuer Bundestag gewählt, nun wird eine neue Bundesregierung gebildet. In den kommenden Jahren gilt es, die Prävention von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu einem Schwerpunkt der Politik zu machen. Das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention schlägt dazu in einem Policy Paper verschiedene Maßnahmen vor.

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Demokratie in Kinderschuhen
Start des Projekts „DEMOKRATIE INTERAKTIV“ an drei katholischen Fachschulen

Demokratie muss von jeder Generation neu gelernt werden. Kinder zur Mitwirkung zu befähigen ist für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen daher keine zusätzliche Aufgabe, sondern Grundlage für ihre Arbeit. Voraussetzung dafür ist das Profil einer pädagogischen Fachkraft, die gemeinsame Entscheidungsprozesse in der Kindertageseinrichtung befürwortet, ermöglicht und demokratische Prozesse mit Kindern gestalten kann.

Wie gelingt es, dass angehende Erzieher*innen ein Verständnis von Demokratiebildung entwickeln? Wie ist es möglich, Demokratie in der Ausbildung selbst zu erfahren? Wie entwickeln angehende Fachkräfte bereits bei der Entfaltung ihrer beruflichen Rolle in eine demokratische Haltung hinein? Kinder in der Entwicklung demokratischer Kompetenzen zu unterstützen setzt voraus, dass Erzieher*innen in ihrer Ausbildung selbst erfahren haben, wie Mitwirkung und Mitbestimmung funktioniert.

Von dieser Überzeugung geleitet hat der Verband katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) – Bundesverband im Rahmen seines Projektes „Demokratie in Kinderschuhen. Mitbestimmung und Vielfalt in katholischen Kitas“ gemeinsam mit der Bremer Demokratieexpertin Jessica Schuch und in Abstimmung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher (BAG KAE) ein Konzept für ein Demokratie-Projekt an Fachschulen und Fachakademien für Erzieher*innen entwickelt. Es trägt den Titel „DEMOKRATIE INTERAKTIV – Lebendige Formen einer demokratiefördernden Kultur miteinander entwickeln, selbst erfahren und weitergeben“.

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4. Vorschau: Termine und Veranstaltungen 2021

Konferenz
Neurechtes Christentum

Am Freitag, den 5. bis Samstag, den 6. November 2021 in der Evangelischen Akademie Loccum.

Rechtspopulistische und rechtsextreme Tendenzen in der Gesellschaft wirken sich auch auf das Christentum aus. Einige Vordenker*innen der sog. „Neuen“ Rechten beziehen sich positiv auf das Christentum. Zugleich gibt es eine gewisse Akzeptanz für das neurechte Denken in bestimmten konservativ-christlichen Kreisen. Das „neurechte Christentum“ ist ein Phänomen, das an Gewicht gewinnt. Doch was genau ist darunter zu verstehen? Wie ist ihm zu begegnen? Nach Antworten sucht diese Tagung.

Eine Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie Loccum, der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus.

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Online-Seminar
Gefährliches Erbe: Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus

 

Am Montag, den 25. Oktober 2021 von 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr auf Zoom.

„Der tief auch in den Kirchen verwurzelte Judenhass der früheren Zeiten nährte den Judenhass der Moderne. Auch diesem Schulderbe müssen sich die Kirchen stellen.“

So äußerten sich der katholische Bischof Reinhard Marx und der Ratsvorsitzende der EKD in einer Erklärung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Für die christliche Theologie ist die kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus von zentraler Bedeutung für die Aufarbeitung eigener Gewalttraditionen. Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus sind noch heute präsent und prägen gesellschaftliche und kirchliche Auseinandersetzungen.
Welches sind die zentralen Ideologieelemente des Antijudaismus? Wie haben die Kirchen ihre Theologie nach 1945 verändert? Welche antijüdischen Stereotype sind auch heute noch in der Alltagskultur präsent, und welche Folgen haben diese?

Das Online-Seminar der BAG K+R soll eine Einführung geben in Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus. Vorkenntnisse in Theologie sind nicht erforderlich. Aufgrund der großen Nachfrage beim ersten Mal im Juni und August 2020 bieten wir im Oktober 2021 unser Online-Seminar zu christlichem Antijudaismus und Antisemitismus ein weiteres Mal an.

 

Das Seminar findet statt im Rahmen der bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus, die seit 2016 von der Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum organisiert werden.

Wir bitten um Anmeldung spätestens bis zum 23.10.2021

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Zum Programm der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus

 

Digitaler Salon
NSU – 10 Jahre nach der Selbstenttarnung. Wie haben sich rechte Szene und Zivilgesellschaft verändert?

Am Mittwoch, den 3. November 2021 von 18:00 bis 19:15 Uhr auf Zoom.

Zehn Jahre sind seit der Selbstenttarnung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vergangen. Am 4. November 2011 ging in Eisenach ein Wohnmobil in Flammen auf, wenige Stunden später explodierte in Zwickau eine Wohnung. Wohnmobil und Wohnung gehörten zu drei Neonazis, die zwischen 2000 und 2007 neun rassistisch motivierte Morde verübt sowie 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle begangen hatten – unterstützt durch ein deutschlandweites extrem rechtes Netzwerk.

Neonazistische Netzwerke, zahlreiche Versäumnisse und rassistische Ermittlungen durch die Sicherheitsbehörden und der unsägliche Umgang mit den Angehörigen der Opfer wurden erst dann bekannt. Der jahrelange Gerichtsprozess im Anschluss ließ viele Fragen offen.

Der digitale Salon will diesmal zusammen mit der Initiative Offener Prozess aus Chemnitz und der Nebenklageanwältin im NSU-Prozess, Antonia Behrens, über diese Selbstenttarnung des NSU vor genau zehn Jahren sprechen und die Folgen für die rechte Szene sowie die Zivilgesellschaft beziehungsweise für das zivilgesellschaftliche Engagement und Erinnern beleuchten.

Was hat der NSU-Komplex in der rechten Szene verändert, nachdem er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde? Wie haben sich Netzwerke und Positionen zu Terror entwickelt? Und was hat die Zivilgesellschaft seither gelernt? Wie hat sich ihre Wahrnehmung des NSU und der langen Tradition rechtsterroristischer Morde in Deutschland verändert, wie sieht heute ihre Rolle in der Aufarbeitung des NSU-Komplex, bei der Erinnerung an die Opfer und Angehörigen und der Blick auf Betroffene von heute aus?

Ein Digitaler Salon von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R).

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Kooperationstagung
Rechtspopulismus und Kirche. Identität und Gemeinschaftserleben im „christlichen Abendland“

Am Mittwoch, den 27. bis Freitag, den 29. Oktober 2021 im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad.

Die rechtspopulistischen Bewegungen in Europa sind eine Herausforderung auch für die Kirchen. Diese Bewegungen nehmen für sich in Anspruch, das christliche Erbe des Abendlandes als eines angeblich geschlossenen Kulturkreises zu verteidigen. Den verfassten Kirchen werfen sie dabei vor, als Teil des „Establishments“ gegen die Interessen ihrer Mitglieder zu handeln. Es zeigt sich, dass diese Ideen auch für eine nicht geringe Anzahl ihren Kirchen eng verbundener Christ*innen attraktiv sind.

Mit Referent*innen aus Kirche, Politik und Ökumene aus Deutschland und Europa wird nach den Ursachen dieser Attraktivität gefragt und ob der Verlust identitätsstabilisierender Gemeinschaft eine Rolle spielt. Die Veranstalter*innen interessiert, aus welchen Gründen andere Kirchenmitglieder besonders unempfänglich für populistische Forderungen sind. Sie untersuchen die Ursprünge des Rechtspopulismus, seine länderspezifischen Ausprägungen, seine Bezüge zu religiösen Inhalten und seine Inanspruchnahme des christlichen Erbes. Sie fragen nach den Unterschieden zwischen einer konservativen Haltung und dem Rechtspopulismus. Anmeldeschluss ist Montag, 11. Oktober 2021.

Eine gemeinsame Tagung des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums Bad Alexandersbad, des Bayerischen Bündnis für Toleranz, der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und der Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth.

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Fortbildung
Antisemitismus als Thema in der politischen (Erwachsenen-)Bildung

Am Donnerstag, den 11. November 2021 von 10:00 bis 16:30 Uhr im KREUZ+QUER – Haus der Kirche Erlangen.

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wollen die Veranstalter*innen am Ende des Jahres mit dieser Fortbildung Bilanz ziehen sowie Initiativen und Projekte mit ihren Erfahrungen vorstellen.

Eingeladen zur bayernweiten Fortbildung sind alle Kolleginnen und Kollegen aus der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie angrenzender Arbeitsbereichen wie der Beratung. Es wird drei Impulse mit spannenden Perspektiven geben: aus der Politik durch den Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe (Ludwig Spaenle), aus dem Monitoring durch RIAS Bayern (Annette Seidel-Arpaci) und aus der Theologie durch den Beauftragten der EKD (Christian Staffa aus Berlin). Am Nachmittag kann sich in vier Workshops mit aktuellen Projekterfahrungen auseinandergesetzt werden.

Die Veranstaltung des Bayerischen Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen findet in Kooperation mit Bildung Evangelisch in Erlangen (beE) und der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Erwachsenenbildung (AEEB) statt.

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Programmflyer

 

Online-Seminar
Covid-19 und die Verschwörungserzählungen – eine Bilanz

Am Dienstag, den 30. November 2021 um 16:00 Uhr online.

Mit Beginn der Corona-Pandemie verbreiteten sich viele Verschwörungserzählungen. Die Querdenker-Bewegung artikulierte lautstark ihren Protest gegenüber den staatlichen Hygienemaßnahmen. Der Vortrag versucht eine (Zwischen-)Bilanz: Wie stark sind Verschwörungsmythen in unserer Gesellschaft verbreitet? Was hat sich verändert? Worin bestehen die langfristigen Herausforderungen für Kirche, Gesellschaft und Demokratie?

Referent: Dr. Matthias Pöhlmann, Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen in der bayerischen Landeskirche

Die Online-Reihe „Extrem rechtes Denken und christlicher Glaube“ ist eine Kooperation zwischen der evangelischen Stadtakademie Nürnberg und der Projektstelle gegen Rechtsextremismus Bad Alexandersbad.

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Weitere Termine (Seite 10)

 

 

Fachtagung
Bilderverbot?! – Zum Umgang mit antisemitischen Bildern an und in Kirchen  

Am Sonntag, den 7. bis Dienstag, den 9. November 2021 in der Evangelischen Bildungsstätte Schwanenwerder.

Nicht erst in der neueren Debatte wird festgestellt, dass Antisemitismus mit einfachen pädagogischen Mitteln nicht beizukommen ist. Mechanismen der Projektion negativer Charakteristika auf Jüdinnen und Juden wie auch die Abwehr von Ambivalenzen sind eingeschrieben in manche christlichen und säkularen Welterklärungsmuster. Wie können diese beiden Wirkweisen verändert werden? Welche Rolle spielen Negativbilder wie die „Judensau“, welche positiven Bilder können entgegengestellt werden? Wie können wir vermeiden, dass antijüdische Bilder trotz oder gar durch kritische Reflexion am Leben gehalten werden?

Darüber interdisziplinär nachzudenken und zu diskutieren, dazu lädt die Evangelische Akademie zu Berlin herzlich ein.

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5. Neue Publikationen

 

Rechte Esoterik
Die Superspreader der Verschwörungstheorien

Sie sind auf den »Querdenken«-Demonstrationen zu finden und überfluten mit ihren Botschaften die sozialen Netzwerke. Sie haben ihre eigenen Kirchen, ihre eigenen Bauernhöfe und ihre eigene »Germanische Neue Medizin«. Von der Anastasia-Bewegung bis zu QAnon: Rechte Esoteriker gewinnen immer mehr Zulauf. Nicht nur in Deutschland. Der Weltanschauungsexperte Matthias Pöhlmann, exzellenter Kenner der Szene, nennt die historischen Wurzeln und zeigt: Was auf den ersten Blick als harmlose Spinnerei erscheint, birgt immensen gesellschaftlichen Sprengstoff.

Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2021

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Zusammen – Halt!
Praxisimpulse für eine rassismuskritische Religionspädagogik

Rassismus ist kein Problem von Einzeltäter*innen und den extremen Rändern unserer Gesellschaft, sondern im Alltag und der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, in Schulen und Familien gegenwärtig. Die Broschüre „Zusammen – Halt!“ des Pädagogisch-Theologischen Zentrums Stuttgart (ptz) und des Bündnisses Kirche für Demokratie und Menschenrechte in Württemberg, will aus religionspädagogischer Perspektive einen Beitrag leisten, dass Kinder und Jugendliche Rassismus erkennen und benennen, verurteilen und sich an ihrem Lebensort gegen Rassismus einsetzen. Hierfür steht der Titel „Zusammen – Halt!“.

Die Broschüre liegt als Print- und als Onlineversion vor.
Die Onlineversion umfasst über die Printversion hinaus eine Sammlung von Übungen aus der rassismus- und machtkritischen Bildungsarbeit.

Die Print-Version kann über das ptz für  5,- Euro (Versandkostenersatz) gegen Rechnung bestellt werden.

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Filmempfehlung
JE SUIS KARL

Irgendwo in Berlin. Nicht irgendwann – heute. Ein Paket im Flur. ALEX, ein Ehemann und Vater dreier Kinder. Vergisst den Wein im Auto. Wird von einer Bombe aus der Routine gerissen und findet seinen Halt nicht wieder. MAXI, eine selbstbewusste junge Frau, will sich loslösen von den Eltern und auf eigenen Beinen stehen. Hat sich ihr Abnabeln ganz anders vorgestellt, wird wütend und stellt Fragen. Und hat zum ersten Mal in ihrem Leben Angst. KARL fängt Maxi auf und bietet Antworten. Resolut, blitzgescheit und verführerisch verfolgt er seinen eigenen Plan. Als Teil einer Bewegung. Heute in Berlin. Morgen in Prag. Bald in Straßburg – in ganz Europa.

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Antisemitismus
Alte Muster und neue Zuspitzungen

Was sind die grundlegenden Muster des modernen Antisemitismus? Die profilierten Autoren Klaus Holz und Thomas Haury gehen dieser Frage systematisch und in historischer Perspektive nach. Ihr Buch ist eine wichtige Intervention in die gegenwärtigen Debatten und entwickelt ein präzises und fundiertes Verständnis von israelbezogenem Antisemitismus.

Klaus Holz / Thomas Haury: „Antisemitismus gegen Israel“,
Erschienen im Oktober 2021

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Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.


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