BAGK+R – Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

Newsletter  -  2/2021  -  09. Juni 2021

Newsletter der BAG Kirche + Rechtsextremismus 2/2021

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

der Sommer hat sich durchgekämpft und die Corona-Zahlen gehen runter. Das sind gute Aussichten für die zweite Jahreshälfte.

Für den Sommerurlaub bieten wir wie jedes Jahr die passende Lektüre an – in der Rubrik „Neue Publikationen“ finden sich viele Lesehinweise. Wer im Sommer lieber diskutieren möchte, findet in diesem Newsletter eine Vielzahl an Veranstaltungen aus unserem bundesweiten Netzwerk.

Außerdem blicken wir zurück auf einen bunten digitalen Ökumenischen Kirchentag, an dem sich die BAG K+R sowohl mit eigenem Rahmenprogramm als auch im offiziellen ÖKT-Programm beteiligte. Einen Bericht zu den verschiedenen Veranstaltungen ist in diesem Newsletter nachzulesen.

Gerne möchten wir auch bereits zu unserem alljährlichen Forum einladen, das dieses Jahr im Oktober – so Gott will – in Bonn stattfinden wird.

Neuigkeiten aus den Regionen, Erzdiözesen und Landeskirchen sowie weitere anstehende Termine und spannende Veröffentlichungen finden sich unten.

Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen

Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus


1. Rückblick: Die BAG K+R beim Ökumenischem Kirchentag 2021

Die BAG K+R nutzte die Woche des Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) 2021 vom 12.05-15.05.2021 für eigene digitale Veranstaltungen und Gespräche. Darüber hinaus gestaltete sie selbstverständlich auch in diesem Jahr das offizielle ÖKT-Programm mit. Was war alles los?

Am Mittwochnachmittag fand zum Thema „Wie weiter in der Demokratieförderung – welche Chancen bietet ein Gesetz?“ eine Podiumsdiskussion statt, die nicht aktueller hätte sein können. Kurz vor der Veranstaltung erschien der Abschlussbericht des Kabinettausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus sowie ein Papier, welches „Eckpunkte für ein Gesetz zur Stärkung und Förderung der wehrhaften Demokratie“ enthielt. Auf dem Podium sprachen die Gäste darüber, warum ein solches Gesetz sinnvoll und nötig ist, welche Fördermöglichkeiten es noch gibt und wie kirchliche Akteur*innen in der Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention angesichts der als mangelhaft empfundenen Eckpunkte weiter verfahren können.

Durch die Verlegung des ÖKT in den digitalen Raum lud die BAG K+R für Mittwoch und Donnerstag zu halbstündigen digitalen Standgesprächen ein, um die Messestand-Gespräche im Rahmen des Marktes der Möglichkeiten zu ersetzen. Dort fanden Gespräche statt mit Michael Tetzlaff, dem Leiter der Abteilung „Demokratie und Engagement“ im BMFSFJ, mit Bischöfin Kirsten Fehrs im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, mit Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und dem stellv. Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hermann Gröhe.

Am Freitag hielt Matthias Pöhlmann, Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ein Referat über aktuelle Entwicklungen im Feld von rechter Esoterik und Verschwörungserzählungen. In seinem Vortrag nahm Matthias Pöhlmann vor allem die Querdenken-Bewegung bzw. andere Formate der auf Corona bezogenen Verschwörungserzählungen und Leugnungen sowie die Esoterik-Szene in den Blick.

Am Samstagvormittag fand im offiziellen Kirchentags-Programm zum Schwerpunktthema Zivilcourage das von der BAG K+R mitorganisierte Podium „Rechtsterrorismus in Deutschland – Wie weiter mit der Aufklärung?“ statt. Dort sprachen Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler, Rechtsanwalt und Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess, und Caro Keller vom antifaschistischen Bündnis NSU-Watch mit der Historikerin und Theologin Maria Coors darüber, wie wichtig es ist, Opfern von rechter Gewalt und Rechtsterrorismus gut zuzuhören, sie ernst zu nehmen und sich zu solidarisieren.

Am späten Samstagnachmittag fand unter dem Titel „Mutig Hetze und Gewalt begegnen“ eine Stunde des Austauschs verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteur*innen statt, die mit ihren je eigenen Perspektiven und Initiativen aufzeigten, was gegen Rechtsextremismus, Antifeminismus, Verschwörungserzählungen und Menschenverachtung geleistet wird und geleistet werden kann. Unter anderem waren auch Susanne Brandes vom Projekt „Kompetent für Demokratie. Beratung und Bildung für eine offene Kirche“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V., die als Sprecherin der BAG K+R auftrat.

Einen ausführlichen Bericht gibt es auf der BAG K+R-Website nachzulesen.

Links & Downloads

Ausführlicher Bericht zur BAG K+R auf dem Ökumenischen Kirchentag


2. Vollversammlung 2021

Antifeminismus, Antisemitismus und die Neue Rechte – bei der 11. Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus am 7. und 8. Mai wurde in diesem Jahr wieder einiges geboten.

Neben viel Platz für Austausch der Mitgliedsorganisationen untereinander und einer Vorstellung unserer Partnerorganisationen im Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention in Form eines World Cafés, hörten die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Vortrag von Judith Rahner, Referentin bei der Amadeu Antonio Stiftung, zu „Antifeminismus und die Neue Rechte“ und diskutierten mit Volker Weiß über Antisemitismus in der Neuen Rechten.

Ein bewegendes Grußwort hielt Dr. Christina-Maria Bammel, Pröpstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).


3. Save the Date: Jahrestagung der BAG K+R 2021 in Bonn

Zum diesjährigen Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus laden wir Sie und euch herzlich ein. Wir wollen uns mit der Intersektionalität von Antisemitismus, Sexismus und Rassismus auseinandersetzen und dabei vor allem einen selbstkritischen Blick in die Kirchen werfen. Das Forum findet (hoffentlich wieder in Präsenz) statt im CJD Bonn Castell.

Dieses Jahr veranstalten wir das Forum in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Evangelischen Akademie zu Berlin, dem Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus Dortmund, der Evangelischen Akademie im Rheinland, dem BDKJ NRW e.V., der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW, RIO Rheinischer Dienst für Internationale Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Evangelischen Forum Bonn.

Am Freitag, 8. Oktober bis Samstag, 9. Oktober 2021 im CJD Bonn.

Veranstaltungsort

CJD Bonn Castell
Internationales Tagungs- und Gästehaus Bildungs- und Ausbildungszentrum
Graurheindorfer Str. 149
53117 Bonn

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen bald auf unserer Website.


4. Aus den Regionen, Landeskirchen und Diözesen

Engagiert
Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus: Erster Preis für das „Ostritzer Friedensfest“

2021 hat die Deutsche Bischofskonferenz zum vierten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vergeben. Der erste Preis geht an die Initiative Ostritzer Friedensfest, die auch bei unserem letzten Forum im November 2020 lebhaft über ihr Engagement vor Ort berichtete.

„Das Ostritzer Friedensfest wird von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen, an dem sich die katholische Gemeinde in Ostritz und das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal maßgeblich beteiligen. Die Initiative hat seit 2018 sieben „Friedensfeste“ in der Stadt an der Neiße organisiert. Entstanden ist sie aus dem Protest gegen ein rechtsextremes Musikfestival am Rande von Ostritz. Über die Jahre ist es gelungen, zahlreiche Mitbürger zu mobilisieren, politische Unterstützung zu gewinnen und auch mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.“, so die Begründung der Jury.

Wir gratulieren von Herzen!

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Zum Preis der DBK

Zur Seite des Ostritzer Friedensfestes

 

Bundestagswahl
BDKJ startet bundesweite Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“

Im Vorfeld der Bundestagswahl möchte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit der Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ ein Zeichen setzen gegen Menschenfeindlichkeit und für eine plurale und demokratische Gesellschaft.
„Wir freuen uns riesig, gemeinsam mit vielen Aktiven aus den Verbänden wieder Zukunftszeit zu gestalten! Auch eine Pandemie kann uns nicht stoppen, für unsere Überzeugungen einzutreten und sie durch Aktionen sichtbar zu machen. Wir stehen ein für ein Land ohne Hass und Hetze! Und wir haben konkrete Forderungen an die Politik!“, sagt BDKJ-Bundesvorstandsvorsitzende Lisi Maier. Im Zeitraum von März bis September 2021 sollen politische Aktionen, Bildungsveranstaltungen und Demonstrationen für ein buntes Land in ganz Deutschland stattfinden.
Der BDKJ fordert in seiner Aktion konkret eine Neuausrichtung der EU Flüchtlingspolitik, die Absenkung des Wahlalters, das klare Eintreten gegen die Zunahme frauenfeindlicher Gewalt, die Einführung eines Kinder- und Jugendgrundeinkommens sowie den konsequenten Einsatz gegen den Klimawandel.
In der Aktion Zukunftszeit sollen bis zur Bundestagswahl im September 35.000 Zeitstunden (entspricht der Länge einer Legislaturperiode) für ein buntes, solidarisches und vielfältiges Land gesammelt werden.

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Zur Seite des BDKJ

Zur Aktion Zukunftszeit

 

Mobil und Standhaft
20 Jahre Mobile Beratung Berlin (MBR)

In den vergangenen 20 Jahren hat unser Mitglied, die MBR Berlin, Träger des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin e.V., viele tausend Berliner*innen beraten und begleitet, vernetzt und fortgebildet; einerseits ausgerichtet an ihren Bedarfen und Problemlagen und andererseits an ihrem eigenen Ansatz „Wahrnehmen – Deuten – Handeln“. Das Ziel: die Arbeit ist dann erfolgreich, wenn Menschen dabei unterstützt werden konnten, selbst handlungs- und sprechsicherer zu werden. So arbeitet die MBR seit 20 Jahren letztlich daran, dass ihre Arbeit überflüssig wird. Mit ihrer neuen Internetpräsenz feiern sie nun 20-jähriges Bestehen.

Wir gratulieren herzlich und freuen uns auf eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit!

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Zur neuen Seite der MBR Berlin

 

Goodbye & Hello
Einführung von Pfarrerin Birgit Reiche in das Amt der Leitenden Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.

Nach der Verabschiedung zum 1. Mai von Angelika Weigt-Blätgen, Leitender Pfarrerin in der Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V., wurde am vergangenen Wochenende Birgit Reiche in das Amt der Leitenden Pfarrerin eingeführt. Auch Henning Flad, Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, sprach ein Grußwort und betonte die lange Verbundenheit Reiches zum Themenfeld Rechtsextremismus und Rassismus.

„Der Einsatz für Frauen- und Menschenrechte, die Kampagnenarbeit für Demokratie, die Beteiligung an zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Bündnissen bleiben für mich wichtige Merkmale der Frauenhilfe, der ich mich verbunden fühle“, erklärte die eingeführte Leitende Pfarrerin.

Wir freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit mit unserem Mitglied, der Ev. Frauenhilfe Westfalen, und mit Pfarrerin Birgit Reiche und wünschen ihr alles Gute für ihre Arbeit.

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Zur gesamten Dokumentation zur Einführung sowie zum Video der Veranstaltung

 

Extremer Stadtrundgang
Internationale Woche gegen Rassismus: Film zum Stadtrundgang „Rechtsextremismus in Dortmund – eine Stadt wehrt sich“

Jana Wolter und Friedrich Stiller vom Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus im Ev. Kirchenkreis Dortmund haben im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie den Stadtrundgang „Rechtsextremismus in Dortmund – eine Stadt wehrt sich“ verfilmt.

In dem 30-minütigen Film führen Stiller und die Studentin Jana Wolter über acht Stationen durch die Dortmunder Innenstadt und erläutern wichtige Aspekte der Naziszene in der Region. Aber auch ein Blick auf die neuen Gefahren durch den Rechtspopulismus fehlt nicht. Der Stadtrundgang wurde erstmals während des Dortmunder Kirchentags 2019 in Kooperation mit der BAG K+R durchgeführt.

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Zum Video

Nähere Informationen zum Projekt

 

Nordkirche
Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Kirche und Demokratie“

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat sich am 31. Mai die Arbeitsgemeinschaft „Kirche und Demokratie im Norden“ gegründet. Die Initiatoren aus den Kirchenkreisen sowie Diensten und Werken haben es sich zum Ziel gesetzt, demokratisches Engagement zu fördern und auszubauen, eine konstruktive und wertschätzende Diskussionskultur zu stärken sowie ein Gegengewicht zu Polarisierung und Populismus zu entwickeln.

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, betonte bei der digitalen Tagung „Brüchig oder in Veränderung – Wie in:stabil ist Demokratie?“: „Die Freiheit, die wir in unserem Land haben, ist zugleich eine riesige Verantwortung. Wir haben keine Ausrede, wenn wir uns nicht stark machen für Demokratie und Menschenrechte. Denn eine Kirche, die sich ihrer besonders von demokratischen Prinzipien geprägten Kirchenverfassung rühmt – eine solche Kirche ist in besonderer Weise gefordert, sich einzumischen, mitzureden im demokratischen Konzert der Meinungen.“.

Unterstützt wird die Arbeitsgemeinschaft von allen Kirchenkreisen sowie Hauptbereichen der Landeskirche.

 

Solidarität im Netz
Beschluss der KLJB Bayern zu Hatespeech

Die Landesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung Bayern (KLJB) hat nach Beratungen in mehreren Arbeitsgruppen und mit einigen externen Anregungen einen ausführlichen Beschluss „Gemeinsam gegen Hatespeech“ gefasst.

„Hass und Hetze im Internet bekamen in den letzten Jahren immer größere Dimensionen. Wir wollen diesem Problem nicht aus dem Weg gehen, sondern nach unserem christlichen Menschenbild handeln. Wir wollen aktiv eingreifen bei Hatespeech, als Oberbegriff für ein Spektrum von Cyber-Mobbing bis zu sexueller Belästigung, Beleidigungen und Bedrohungen gegen einzelne und mehrere Menschen.“, so heißt es in der Erklärung.

Die KLJB Bayern ist der größte ländliche Jugendverband in Bayern, in dem sich rund 25.000 junge Christinnen und Christen selbst organisiert und demokratisch für das Leben auf dem Land einsetzen. Sie ist seit 2019 Mitglied in der BAG K+R.

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Beschluss „Gemeinsam gegen Hatespeech! Für mehr Wertschätzung, Nächstenliebe und Solidarität im Netz“

Pressemitteilung


5. Vorschau: Termine und Veranstaltungen 2021

Rechte Bewegungen
Eine Pegida-Safari in Dresden

Am Montag, den 5. oder Montag, den 12. Juli 2021* von 11:00 bis 20:00 Uhr in Dresden.

(*An welchem der beiden Tage die Veranstaltung stattfindet wird am 08.06.21 bekannt gegeben, wenn klar ist, wann Pegida demonstriert und ob eine Präsenzveranstaltung vertretbar ist.)

Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) haben das Fünftel der deutschen Bevölkerung sichtbar gemacht, dass in unterschiedlichen Einstellungsstudien immer wieder durch rassistische, nationalistische oder andere demokratiefeindliche Positionen aufgefallen war. Bis zu 25.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet sind den Aufrufen des völkischen Demonstrationsbündnisses gefolgt. Pegida wurde damit zum Symbol für einen neuen, selbstbewussten Chauvinismus und Nationalismus in der Bundesrepublik.
In dem Workshop des Kulturbüro Sachsen e.V. wird zunächst auf theoretischer Ebene die Genese und die Entwicklung von Pegida vom ersten Spaziergang bis heute Revue passieren gelassen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden soll anschließend erarbeitet werden, was sich in der Auseinandersetzung mit rechten Einstellungen und Strukturen seit Pegida verändert hat. Im dritten Teil der Veranstaltung wird der Seminarraum verlassen und es wird sich auf eine Spurensuche in die Dresdner Innenstadt begeben, um anhand unterschiedlicher Orte miteinander zu diskutieren, warum Pegida ausgerechnet in Dresden so erfolgreich war. Am Ende soll beobachtet werden, wie Pegida an diesem Montagabend seine Veranstaltung durchführt.

Die Veranstaltung wurde bereits 2020 durchgeführt und bekam ein überaus positives Feedback der Teilnehmer*innen. Anmeldungen sind bis spätestens 28.06. möglich.

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Anmeldung

 

Digitale Studientagung
Wie Jesus zum „Arier“ wurde

Ab Dienstag, den 8. Juni bis Mittwoch, den 16. Juni 2021 online.

Anlässlich des Themenjahres „1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ stellt die Online-Studientagung des Deutschen Koordinierungsrates das christlich-jüdische Verhältnis, das über viele Jahrhunderte eine Geschichte von christlichem Hass, Verfolgung und Ermordung war, in den Mittelpunkt.

Die Referent*innen der Studientagung zeigen in vier Online-Formaten, in welchen Kontexten und mit welchen Mitteln und Konsequenzen die „Entjudung“ des Christentums im Nationalsozialismus betrieben wurde. Für den 10. und 11. Juni ist darüber hinaus eine Abendveranstaltung und ein kleiner Fachtag zum Thema „Rechtsextremismus und Antifeminismus“ gemeinsam mit der Gender- und Gleichstellungsstelle der EKiR geplant.

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Anmeldung & Programm

 

Vortrag und Diskussion
Gefährlich, engmaschig, dynamisch – Das Netzwerk der Neuen Rechten

Am Mittwoch, den 30. Juni 2021 von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr in der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen.

In Deutschland ist das Netzwerk der Neuen Rechten herangewachsen, teilweise abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das verflochtene Milieu aus Einzelpersonen, Verlagen, Finanziers und Vereinen wird geeint durch ein gemeinsames Ziel: die Übernahme der gesellschaftlichen Mitte.

Welche Ideologie treibt die Neue Rechte an? Wie agiert die „moderne“ rechte Szene? Welche Gefahren gehen von dem Netzwerk aus und wie kann man sich als Bürger*in gegen die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts engagieren?

Paul Middelhoff, Investigativ-Reporter im Politik-Ressort der ZEIT, beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der AfD und den Neuen Rechten. Für sein Buch „Das Netzwerk der Neuen Rechten“ ist er durch Deutschland und Europa gereist und hat die wichtigsten Protagonist*innen der Szene getroffen: AfD-Politiker, geheime Spender in der Schweiz, Vertreter*innen der identitären Bewegung und Guerilla-Aktivisten. Im seinem Vortrag, der von der Evangelischen Akademie im Rheinland in Kooperation mit der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen organisiert wurde, spricht er über die ideologischen Grundlagen, die führenden Köpfe und die Rolle der AfD innerhalb der Bewegung.

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Online-Fachtag
Rechtspopulismus in Gesellschaft, Politik und Sozialer Arbeit – Herausforderungen für die Sozial- und Jugendarbeit der Diakonie und Kirche

Am Donnerstag, den 24. Juni 2021 von 10:00 bis 16:00 Uhr online.

Als Teil von Diakonie und Kirche sieht die Evangelische Akademie Frankfurt ihren Auftrag darin, Verständnis für die Enttäuschungen und Verunsicherungen von – gerade auch benachteiligten – Menschen zu zeigen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Denn diese können Ausdruck einer als verfehlt erlebten Sozialpolitik oder von fehlender Anerkennung sein. Dieses Verständnis soll und darf aber nicht zur Normalisierung und Akzeptanz rechter Ideologien beitragen, die gesellschaftliche Konflikte meist allein dafür nutzen, um andere Menschen zu diffamieren und eine Politik der Ungleichwertigkeit und Exklusion – gerade von Minderheiten – voranzutreiben.

Als evangelische Akteur*innen wollen sie sich dieser besonderen Herausforderung stellen, da sie sowohl die alltägliche Arbeit als auch das gesellschaftspolitische Engagement betrifft. Der Fachtag soll informieren und zu einem internen Diskurs anstoßen.

Die Teilnahme ist kostenlos, es wird jedoch um Anmeldung gebeten.

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6. Neue Publikationen

Analyse
Entwicklung der extrem rechten und rechtspopulistischen Szene unter besonderer Berücksichtigung von Rheinland-Pfalz

Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen eine zunehmende Gefährdung durch die extreme Rechte und den Rechtspopulismus. Hierbei liegt nicht nur eine abstrakte Gefährdung vor, wie die der Demokratie und ihrer Institutionen, sondern auch Individuen werden konkret bedroht.

Die Landesstelle des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Rheinland-Pfalz und die Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz geben hier gemeinsam eine Analyse heraus, die das Verständnis über demokratie- und menschengefährdende Potenziale im Bereich der extremen Rechten und des Rechtspopulismus mit gesondertem Blick auf Rheinland-Pfalz befördern soll.

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Veröffentlichung
Umkämpfte Zivilgesellschaft – Mit menschenrechtsorientierter Gemeinwesenarbeit gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit

Gewalttätig rassistische Haltungen werden sowohl von extrem rechten als auch reaktionär-bürgerlichen Milieus geteilt und normalisieren sich im öffentlichen Diskurs. Diese Situation spiegelt wider, was die Einstellungsforschung seit Jahren attestiert: Zivilgesellschaften sind nicht unbedingt progressiv, demokratisch und gemeinwohlorientiert. Sie können reaktionär, antidemokratisch und aggressiv eigenwohlorientiert sein. Mit Blick auf diese „dunkle Seite der Zivilgesellschaft“ untersucht das Buch von Friedemann Bringt speziell für solche Problemkonstellationen konzipierte Projekte einer menschenrechtsorientierten Gemeinwesenarbeit (GWA). Es evaluiert dafür Rahmenbedingungen und Prozessqualität zweier GWA-Projekte, die das Kulturbüro Sachsen e.V. in den Jahren 2006-2012 vertiefend zur Mobilen Beratung durchführte.

Der Autor Dr. Friedemann Bringt ist Fachreferent für Qualitäts- und Berufsfeldentwicklung im Bundesverband Mobile Beratung e.V. und ehemaliger Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus.

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Veröffentlichung
Christentum von rechts – Theologische Erkundungen und Kritik

Die politische Landschaft Deutschlands hat sich stark verändert. Am deutlichsten zeigt sich dies durch die Etablierung einer neuen Partei. Wenig beachtet wurde bisher, dass in der Politik von rechts auch religiöse Impulse wirksam sind. Zudem hat dieses »Christentum von rechts« auch Sprecher, die zu einer intellektuell gehaltvollen Auseinandersetzung Anlass bieten, nämlich die »Neuen Rechten«. Es genügt nicht, sie nur historisch, politologisch, soziologisch oder sozialpsychologisch zu untersuchen. Vielmehr sollte man sie auch theologisch deuten und beurteilen.

Wer sich theologisch mit der Neuen Rechten beschäftigt, hat nicht nur die Chance, eine zumeist unbeachtete Tiefendimension auszuleuchten. Es bietet sich ihm auch die Gelegenheit zu einer Selbstprüfung. Denn die Neuen Rechten und ihre Theologien sind nicht einfach etwas »Anderes«. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass manches mehr mit »uns« zu tun hat, als »uns« lieb sein mag. Deshalb ist es so wichtig, ihre Texte präzise zu untersuchen. Wer dies tut, dem begegnen Motive, die man aus der Theologiegeschichte kannte, aber längst für überwunden hielt. Doch handelt es sich hier um virulente Gegenwartsimpulse, auf die es eine konstruktive theologische Antwort bräuchte. Diese soll hier mit den bewährten Methoden einer historisch, politologisch und soziologisch informierten Systematischen und Praktischen Theologie gesucht werden. Dabei gehen die Autoren exemplarisch vor und untersuchen einzelne Hauptakteure und Leitmotive – aus unterschiedlichen Perspektiven. In dieser Offenheit möchten sie zu einer breiten theologischen Debatte anregen.

Hrsg.: Johann Hinrich Claussen / Martin Fritz / Andreas Kubik / Rochus Leonhardt /Arnulf von Scheliha.

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Ratgeber
Wie können Kommunalpolitiker*innen mit rechten Angriffen umgehen?

Morddrohungen, Hassmails, zerschnittene Autoreifen: Viele Kommunalpolitiker*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen sind täglich rechten Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. Wie können sie damit umgehen? Was können Partei- und Verwaltungsspitzen tun? Und wo finden Betroffene professionelle Unterstützung? Der Bundesverband Mobile Beratung und der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben dazu einen Ratgeber veröffentlicht – mit konkreten Tipps für Betroffene und deren Umfeld.

Der Ratgeber steht auf den Websites der beiden Bundesverbände zum Download zur Verfügung. Printausgaben sind über das Kulturbüro Sachsen e.V. oder im Bundesverband erhältlich.

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Zum Umgang mit Verschwörungserzählungen
Eine Handreichung für den ev. Religionsunterricht der 7.-9. Klassenstufe

Seit Anfang 2020 befinden wir uns mitten in einer Ausnahmesituation. Covid-191, ausgelöst vom Erreger SARS-CoV-2, ist auf allen Kontinenten der Erde verbreitet. Die Fallzahlen steigen stetig und Menschen sterben weltweit an der Virus-Erkrankung. Viele Maßnahmen, wie die Kontaktbeschränkungen, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder Sperrstunden, sollen helfen, das Virusgeschehen einzudämmen. Verunsicherungen, Ängste und Ungewissheiten sind zum Alltagsgefühl für viele Menschen geworden. So verwundert es nicht, dass im Zuge der Covid-19 Pandemie unzählige Verschwörungserzählungen und Falschmeldungen verbreitet werden. Darunter sind viele, die antisemitisch und rassistisch sind.

Die Handreichung umfasst einen Vorschlag für eine Unterrichtseinheit zu Verschwörungserzählungen im Umfang von 6-8 Unterrichtsstunden für die Jahrgangsstufen 7-9. Während der Unterrichtsreihe analysieren die Schüler*innen Verschwörungserzählungen, nehmen ihr Gefährdungspotential in den Blick und entwickeln Strategien, ihnen zu begegnen. Die Einheit eignet sich auch für ein fächerübergreifendes oder fächerverbindendes Projekt. Mit der Unterrichtsreihe wird auch die Medienkompetenz der Lernenden geschult.

Die Publikation ist in Zusammenarbeit von Dr. Sabine Blaszcyk und Dr. Juliane Ta Van entstanden. Sie ist das Ergebnis einer Kooperation im Rahmen von narrt, dem Netzwerk für antisemitismuskritische- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie.

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Veröffentlichung
Die Schatten der Ahnen. Germanenrezeption im deutschsprachigen Rechtsextremismus

Rechtsextremist*innen im deutschsprachigen Raum greifen gerne auf die Geschichte zurück. Neben Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus ist vor allem die Referenz auf die Germanen beliebt. Die Zugriffe und Adaptionen der germanischen Geschichte und Kultur und insbesondere auch der nordisch-germanischen Mythologie durch Rechtsextremist*innen wurden allerdings bisher noch kaum erforscht. Dabei ist gerade dieser Bereich äußerst vielfältig und besitzt zumindest für Teile des rechtsextremen Spektrums durchaus identitätsstiftende Funktion. Georg Schuppener stellt in seinem Buch die rechtsextremen Bezugnahmen auf die germanische Geschichte und Kultur erstmals umfassend dar, ordnet sie im Hinblick auf ihre Verbreitung und Bedeutung ein und interpretiert sie.

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SPIEGEL Geschichte
Antisemitismus: Benennen und widersprechen – Hetze gegen Juden entgegentreten

Die aktuelle Ausgabe DER SPIEGEL Geschichte 3/2021 titelt mit dem Thema „Antisemitismus“ und fragt sich „Was uralter Hass mit modernen Verschwörungsmythen zu tun hat“. In der Ausgabe werden u.a. Stimmen zum Judenhass in Deutschland abgebildet. Auch von BAG K+R-Projektleiter Henning Flad ist ein Statement nachzulesen.

Die Zeitschrift ist ab sofort überall im Handel erhältlich und auch online bestellbar.

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Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.


Impressum

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c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
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