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Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,


die kommenden Monate bringen Bewegung – aber auch Unsicherheit für unsere Arbeit.
Die vom Familienministerium angekündigte Umgestaltung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ betrifft auch uns – unsere Förderung läuft zum Jahresende aus. Es wurde zwar in Aussicht gestellt, dass neue Anträge gestellt werden können, doch die Weiterförderung nach der Umgestaltung des Bundesprogramms ist ungewiss. Neue Förderrichtlinien liegen bislang nicht vor. Gemeinsam mit unserer Trägerorganisation Aktion Sühnezeichen Friedensdienste haben wir ein Statement verfasst, in dem wir deutlich machen, was an Angeboten wegzufallen droht.

Gleichzeitig machen wir weiter – mit viel Engagement und in unseren laufenden Projekten.
In diesem Newsletter blicken wir auf die Highlights der letzten Monate zurück und laden euch herzlich zu zwei großen Veranstaltungen im Mai ein: zur gemeinsamen Jahrestagung von BAG K+R und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unter dem Titel „Demokratien unter Druck“ sowie zum Katholikentag in Würzburg.

Außerdem findet ihr weitere Veranstaltungs- und Lesetipps aus unserem Themenfeld, an denen auch Menschen aus der BAG K+R beteiligt sind. Und wie immer schließen wir mit einem „Lichtblick“, der Mut macht.

Vielen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.
Herzliche Grüße
Eure BAG K+R

Henning Flad, Katharina Berger und Annika Pohl

1. Rückblick: Unsere Highlights der letzten Monate

Einsprüche VI – Neue Ausgabe der Schriftenreihe


Unsere neue Einsprüche-Broschüre ist da. In der Publikationsreihe beschäftigen wir uns mit der Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte. In der aktuellen Ausgabe nimmt Hans Ulrich Probst einen europaweit einflussreichen rechtsextremen in den Blick: David Engels, dessen Werk stark von Untergangserzählungen geprägt ist. Probst zeigt, welches Radikalisierungspotenzial in diesen Texten steckt.
Gregor Taxacher plädiert in seinem Beitrag „Hufeisen Apokalyptik?“ dafür, den Begriff der Apokalyptik nicht der extremen Rechten zu überlassen. Er macht deutlich, dass apokalyptisches Denken auch für politische Orientierung und den christlichen Glauben bedeutsam sein kann – entscheidend ist, ob es von Niedergang oder von Hoffnung geprägt ist.
Die neue Ausgabe kann hier heruntergeladen und bestellt werden.

„dafür!“ – Bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2026


Rund 120 Teilnehmende kamen im Februar in der Evangelischen Akademie Frankfurt zur bundesweiten Vorbereitungstagung der Interkulturellen Woche 2026 zusammen. Unter dem Motto „dafür!“ standen Vernetzung, Austausch und inhaltliche Impulse für die Praxis vor Ort im Mittelpunkt.

Neben politischen und wissenschaftlichen Beiträgen – u. a. zur Bedeutung der IKW für eine plurale Gesellschaft, zu aktuellen rechtsextremen Entwicklungen sowie zu „Hope-based Communication“ – arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops zu zentralen Zukunftsfragen der IKW.

Als Mitveranstalterin war die BAG K+R dabei an einer Arbeitsgruppe beteiligt - zur Rolle der Kirchen angesichts gesellschaftlicher Spaltung und zu den Potenzialen kirchlicher Räume für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Fokus der Tagung stand die Frage, wie Kirchen in polarisierten Zeiten glaubwürdig Haltung zeigen und zugleich Orte der Begegnung und Verständigung stärken können.

Zum ausführlichen Nachbericht geht es hier.

Kirche und Rechtsextremismus – yeet-Podcast mit Henning Flad

Wie sprechen wir in der digitalen Welt über Glaube, Gesellschaft und Zusammenleben? Der yeet-Podcast geht diesen Fragen nach und bringt Perspektiven aus Kirche, Social Media und öffentlichem Diskurs zusammen.
In der aktuellen Folge ist unser Projektleiter Henning Flad zu Gast. Er spricht darüber, warum die Kirchen für rechtsextreme Akteur*innen zunehmend zum Feindbild werden und welche Verantwortung sie im Umgang mit Rechtsextremismus tragen. Dabei geht es auch um notwendige Selbstkritik, die Stärkung von Engagement – und um Antifeminismus als Einfallstor für rechte Ideologien.

Die Folge bietet Einblicke in die Diskussionen in der BAG K+R. Jetzt hier reinhören.

2. Kommende Veranstaltungen

Demokratien unter Druck – entschieden gegen den Rechtsruck

9. Mai 2026, Berlin
ASF und die BAG K+R laden am 9.Mai zur gemeinsamen Jahrestagung unter anderem mit mit Sebastian Krumbiegel, Anastasia Tikhomirova, Claudia Jetter und maximal.demokratisch nach Berlin ein. Unter dem Titel „Demokratien unter Druck“ geht es um die aktuellen Herausforderungen durch den Aufstieg der extremen Rechten in vielen Ländern und die Frage, wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt geschützt werden können.
Mit Podium, Workshops, Stadtspaziergang, Musik und Austausch zu türkischem Rechtsextre-mismus, politischer Verfolgung in Belarus, Christfluencer*innen, Desinformationskampag-nen, rechtsextremen Jugendgruppen, Frauen in antifeministischen Bewegungen… und auch vielen mutmachenden Menschen und Aktionen.Den Abschluss der Veranstaltung gestaltet Sebastian Krumbiegel mit einem musikalischen Beitrag.

Zum ausführlichen Programm geht’s hier.
Anmeldung bis 29. April 2026 über https://eveeno.com/373697141

Katholikentag – Hab Mut. Steh auf!

13. – 17.Mai 2026, Würzburg
Wir laden euch ganz herzlich zum diesjährigen Katholikentag ein! Auch die BAG K+R ist wieder im Bereich des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit einem eigenen Stand dabei (Standnummer: MW-Q-14). Wir sind auch mit zwei Veranstaltungen vertreten:
Samstag, 16.05.2026, 16.30–18.00 Uhr: Glaube, Heimat, Identität? – Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen, u. a. mit Dr. Sonja Strube (Hochschule für Musik, Großer Saal, Hofstallstraße)
Samstag, 16.05.2026, 16.30–18.00 Uhr: Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt – und wie wir sie wieder öffnen können, u.a. mit Dr. Katarina Barley MdEP (St. Johannis, Rennweger Ring)

Weitere Informationen veröffentlichen wir zeitnah auf www.bagkr.de.
Kommt vorbei, sprecht uns an und besucht unsere Veranstaltungen – wir freuen uns sehr auf den Austausch mit euch!
Weitere Informationen und das ausführliche Programm zum Katholikentag findet ihr hier: https://www.katholikentag.de/startseite

Fortbildungsreihe des Kooperationsverbundes Rechtsextremismusprävention (KompRex)

Der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex), an dem neben fünf weiteren Organisationen auch die BAG K+R beteiligt ist, bietet von April bis Juli 2026 eine modulare Fortbildungsreihe für Grundlagenwissen über Rechtsextremismus an.
Sie richtet sich in erster Linie an Personen aus Regelstrukturen, also z.B. Haupt und Ehrenamtliche aus dem kirchlichen Raum, Gleichstellungsbeauftragte, Mitarbeitende von großen Sozialverbänden oder der Freiwilligen Feuerwehr, Fachkräfte aus der Rechtsextremismusprävention, Personen aus Projekten, die von „Demokratie Leben!“ gefördert werden, und die vielen Aktiven der Zivilgesellschaft.

In zwei einführenden Workshops soll Grundlagenwissen über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus vermittelt werden. In den darauffolgenden Vertiefungsworkshops führen die Träger des KompRex in die Herausforderungen mit Rechtsextremismus in ihren jeweiligen Feldern ein. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Die Workshops finden jeweils von 9-13 Uhr online statt.
Das ausführliche Programm und die Anmeldung finden sich hier.

Digitaler ASF-Salon: Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland

17. Juni 2026, 18.00 Uhr, Zoom-Veranstaltung
Türkischer Rechtsextremismus findet in Deutschland bislang wenig öffentliche Beachtung – trotz starker Strukturen und wachsender Sichtbarkeit. Im Digitalen ASF-Salon sprechen wir mit Özge Erdoğan über Ideologie, Netzwerke und die Auswirkungen auf Betroffene.
Im Fokus stehen ultranationalistische Weltbilder, die Abwertung von Minderheiten sowie die Frage, wie sich die Bedrohungslage für Betroffene konkret darstellt. Hier ist der Link zur Anmeldung.

Gespräch: Özge Erdoğan, Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus
Moderation: Jutta Weduwen, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

13. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“

26.–27. Juni 2026, Rostock
In Zeiten von Social Media, Deepfakes und politischer Polarisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion. Das Forum fragt daher: Wie erkennen wir verlässliche Informationen und unterscheiden sie von gezielter Propaganda? Wie entstehen Meinungen – und wann wird aus Meinung Manipulation?
Gemeinsam diskutieren wir die Herausforderungen unserer Informationsgesellschaft und der kirchlichen Praxis im Umgang mit Wahrheitsansprüchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Orientierung und kritisches Denken möglich bleiben, ohne den Anspruch auf Wahrheit aufzugeben.
Mehr Informationen und Anmeldung unter https://kirche-demokratie.de/termine_anmeldung/index.html

3. Tipps & Hinweise

Online Studientag: God’s Own Country? – Die christlich-radikalen Wurzeln der MAGA-Bewegung

28. April, 15.00 – 18.00 Uhr, Zoom Veranstaltung
Der Online-Studientag nimmt die christlich-radikalen Wurzeln der MAGA-Bewegung in den Blick und fragt nach den Verbindungen zwischen Religion, Politik und christlichem Nationalismus in den USA.
Im Zentrum steht die Analyse, wie religiöse Deutungsmuster politische Radikalisierung prägen und welche Bedeutung dies für demokratische Gesellschaften hat.
Mit dabei sind unter anderem die Journalistin Annika Brockschmidt, die sich intensiv mit der religiösen Rechten in den USA beschäftigt, und Henning Flad.
Hier geht’s zu weiteren Informationen und zur Anmeldung.

Diözesanrat in Kooperation mit der Caritas im Erzbistum Berlin: Veranstaltungsreihe zum Umgang mit Rechtsextremismus 2026

Zum fünften Mal organisieren der Diözesanrat und die Caritas im Erzbistum Berlin die Veranstaltungsreihe „Zum Umgang mit Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit“. Ziel ist es, Engagierten Räume für Information, Austausch und Reflexion zu bieten und sie im Umgang mit rechtsextremen, antisemitischen und rassistischen Positionen zu stärken.
Das Programm umfasst verschiedene Formate – von Film und Lesung bis Workshop und Diskussion – und unterstützt dabei, eine klare Haltung zu entwickeln und dialogfähig zu bleiben.
Zur Übersicht und Anmeldung geht’s hier.

Sommerakademie: Der (digitale) Kreuzzug auf die Demokratie

28.–29. Mai 2026, Akademie des Bistums Aachen
Gott und Glauben werden zunehmend zur Rechtfertigung für antidemokratisches Handeln genutzt – ein Phänomen, das sich aktuell sowohl international als auch in Deutschland beobachten lässt. Unter dem Titel „Der (digitale) Kreuzzug auf die Demokratie“ widmet sich die Sommerakademie genau diesen Entwicklungen und fragt, welche Dynamiken dahinterstehen und wie ihnen begegnet werden kann.
Im Fokus stehen insbesondere rechtsextreme Strategien in sozialen Medien, in denen religiöse Sprache gezielt mit politischer Einflussnahme verknüpft wird. Beiträge kommen unter anderem vom Politikwissenschaftler Gionathan Lo Mascolo, der sich intensiv mit christlich-nationalistischen Netzwerken in Europa beschäftigt.
Akteur:innen aus Wissenschaft, Kirche und Zivilgesellschaft beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und diskutieren konkrete Gegenmaßnahmen. Mit Vorträgen, Workshops und interaktiven Formaten richtet sich die Veranstaltung vor allem an Studierende, steht aber ausdrücklich auch allen Interessierten offen.
Den Abschluss bildet eine Lesung aus dem aktuellen Buch von Arnd Henze „Mit Gott gegen die Demokratie“.

Mehr Infos zur Anmeldung und zum Programm.

„Umgang mit Rechtspopulisten in Europa: Erfahrungen und Handlungsansätze“ Europakonferenz der Diakonie Deutschland

7. Mai 2026, Berlin
In vielen europäischen Ländern sind nationalistisch und autoritär ausgerichtete Parteien an der Regierung beteiligt und prägen politische Entwicklungen, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Zivilgesellschaft unter Druck setzen. Auch die Diakonie sieht sich dadurch vor große Herausforderungen gestellt, da diese Grundlagen zentral für den Sozialstaat und das diakonische Handeln sind.
Die Konferenz bietet Raum für Austausch über Erfahrungen aus europäischen Nachbarländern und für die Diskussion konkreter Handlungsansätze im Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien. Ziel ist es, Strategien zur Stärkung der Demokratie zu entwickeln und diese auf die eigene Praxis zu übertragen – auch im Hinblick auf anstehende politische Wahlen in Deutschland.
Zur Anmeldung: https://eveeno.com/300744344

Lesetipp: Mit dem alltäglichen Rechtsextremismus umgehen. Theologische und praktische Ansätze für Gemeinden (Herausgegeben von Bettina Schlauraff und Sönke Lorberg-Fehring)

In der Weltpolitik wie auch im Alltag verschärft sich der Ton seit Jahren: autoritäre und populistische Positionen gewinnen an Einfluss, während Menschlichkeit zunehmend unter Druck gerät.
Das Buch zeigt, wie Gemeinden diesen Entwicklungen begegnen können und welche Rolle sie im Umgang mit Rechtsextremismus und menschenfeindlichen Haltungen spielen. Es verbindet theologische Einordnung mit konkreten praktischen Ansätzen und versteht sich als Unterstützung für die Gemeindearbeit.
Geboten werden u. a. Argumentationshilfen, Predigtentwürfe sowie Beispiele für Veranstaltungen und Initiativen, die Gemeinden stärken und handlungsfähig machen.
Mit Beiträgen von u.a. von Karl-Georg Ohse (Mitglied in unserem Sprecher*innenrat) und Henning Flad.

4. Lichtblicke - Wenn Kirche Haltung zeigt

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat mit ihrer Kampagne „Unser starkes Kreuz für Demokratie“ im Vorfeld der Kommunalwahl ein deutliches Zeichen für demokratische Werte gesetzt. Viele Gemeinden beteiligten sich analog und digital und brachten christliche Werte wie Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt in die öffentliche Debatte ein.

Die Kampagne stieß auf breite öffentliche Aufmerksamkeit: Über 1 Million Social-Media-Konten wurden erreicht, die Beiträge erzielten rund 7 Millionen Impressionen.
Für Martin Becher, Mitglied des Sprecher*innenrats der BAG K+R und Leiter der Fachstelle Demokratie und gesellschaftliches Miteinander (ELKB), liegt der Erfolg vor allem in der Verbindung von klarer Haltung und breiter Anschlussfähigkeit. Er betont: „Für alle Anlässe, für verschiedene Zielgruppen und für unterschiedliche kirchliche Organisationen war etwas dabei. Deshalb werde die Kampagne bleiben, weitergeführt und bei künftigen Anlässen weiterentwickelt. Mit uns können Sie rechnen. Und manche müssen mit uns rechnen.“

Ein Beispiel dafür, wie kirchliches Engagement demokratische Teilhabe sichtbar stärkt und viele Menschen erreicht. Fallen euch weitere ein? Beiträge für „Lichtblicke“ sind herzlich willkommen. Hinweise oder kurze Beschreibungen bitte an post@bagkr.de
Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus
c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
V.i.S.d.P: Henning Flad
Auguststr. 80 | 10117 Berlin
Deutschland
post@bagkr.de
www.bagkr.de

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