Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

das Jahr neigt sich dem Ende zu, und wir blicken auf Monate voller Veranstaltungen und Debatten rund um Kirche, Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft zurück. In diesem letzten Newsletter für dieses Jahr möchten wir vin einigen Highlights erzählen, einen Ausblick auf kommende Termine geben und interessante Lese- und Hörtipps teilen.
Für das kommende Jahr freuen wir uns auf neue Veranstaltungen, spannende Workshops und unsere Jahrestagung gemeinsam mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Wir möchten weiterhin Netzwerke stärken, Wissen teilen und den Diskurs über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen voranbringen.
Wir wünschen euch frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr 2026!

Wir freuen uns wie immer über Rückmeldungen, Hinweise und Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen
Katharina Berger, Annika Pohl & Henning Flad;
Geschäftsstelle der BAG K+R

1. Rückblick: Unsere Highlights der letzten Monate

Jahrestagung der BAG K+R 2025 „Grenzen, Brüche, Aufbrüche“

Wie können Kirchen und Zivilgesellschaft dem Erstarken der extremen Rechten begegnen? Wo liegt die Grenze zwischen konservativ und rechtsextrem? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der unserer Jahrestagung, zu der in Frankfurt am Main 80 Menschen zusammenkamen.
In den Grußworten wurde die besondere Verantwortung der Kirchen betont, rechten Narrativen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Beiträge aus Wissenschaft, Politik und internationale Perspektiven zeigten, wie Rechtsextreme konservative Sprache und religiöse Traditionen strategisch vereinnahmen.
Workshops zu jugendlichem Neonazismus, Antifeminismus und rechter Agitation auf TikTok vertieften zentrale Herausforderungen und boten konkrete Ansätze für die Praxis.
Mehr zur Veranstaltung gibt’s hier.

Kapellengespräch in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Die Kapellengespräche der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche bieten monatlich einen kurzen Impuls mit anschließendem offenem Austausch zu aktuellen gesellschaftlichen und theologischen Fragen.
In diesem Rahmen hatte unser Projektleiter Henning Flad im Oktober die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten und deren Versuche, christliche Sprache und Traditionen politisch zu vereinnahmen, zu sprechen.

Theater gegen Rechtsextremismus? Lesung und Gespräch mit dem Regisseur der „NSU-Monologe“

Besonders beeindruckend war unsere Veranstaltung zu den „NSU-Monologen“ – einem Theaterprojekt, das die Stimmen der Angehörigen der NSU-Opfer in den Mittelpunkt stellt und seit 2016 bundesweit starke Resonanz findet. In einer eindrucksvollen Lesung brachte Schauspielerin Yasmin Münter den Adile-Şimşek-Monolog auf die Bühne und machte die emotionale Kraft des Stücks unmittelbar spürbar.
Im anschließenden Gespräch mit Regisseur Michael Ruf diskutierten wir über die Entstehung, Wirkung und politische Bedeutung des Projekts: Wie kann Kunst für die Gefahren von Rechtsextremismus sensibilisieren, Betroffenen Gehör verschaffen und gesellschaftliche Verantwortung einfordern?

2. Kommende Veranstaltungen

Vorbereitungstagung Interkulturelle Woche 2026 – „dafür!“

Unter dem Motto „dafür!“ treffen sich am 20. und 21. Februar in der Evangelischen Akademie Frankfurt Multiplikator*innen, um Strategien für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft zu entwickeln. Die Tagung bietet Impulse, Vernetzung und Praxisideen für die Interkulturelle Woche, u.a. zu Rechtspopulismus, Klimaflucht, Antisemitismus und kirchlichem Engagement.
Die BAG K+R ist als Kooperationspartnerin beteiligt und unter anderem für die Gestaltung einer Arbeitsgruppe zuständig.

Mehr Infos und Anmeldung hier.

Save the Date: Tagung „Religion und extreme Rechte – Forschungsimpulse aus den Tübinger Theologien“

Weltweit erstarkt die extreme Rechte, auch in Deutschland. Sie schließt sich an verschiedene Teile der Gesellschaft an und greift Themen und Positionen im rechtsgestimmten, häufig fundamentalistischen Christentum und Islam auf, um eine „Wiederkehr“ einer vermeintlich besseren religiösen Welt zu versprechen.
Am Tübinger Campus der Theologien wird untersucht, wie der gesellschaftliche Rechtsruck auch in Religionen wirksam wird, wie religiöse Ressourcen für rechte Hegemonie genutzt werden und wie Glaubensgemeinschaften dem entgegenwirken.
Die Ergebnisse werden beim Workshop am 05.–06. März 2026 vorgestellt und diskutiert. Die BAG K+R ist Kooperationspartnerin.

Save the Date: Jahrestagung 2026 der BAG K+R und ASF am 09. Mai 2026

Am 9. Mai 2026 laden die BAG K+R und ASF zur gemeinsamen Jahrestagung „Demokratien unter Druck – entschieden gegen den Rechtsruck“ in Berlin ein. Diskutiert werden aktuelle Herausforderungen für Demokratie, Strategien gegen Rechtsextremismus und Handlungsspielräume. Weitere Informationen folgen im kommenden Jahr.

3. Tipps & Hinweise

Ein Jahr engagiert ins Ausland

Für September 2026 bis August 2027 bietet Aktion Sühnezeichen Friedensdienste wieder die Möglichkeit, ein Jahr lang im Ausland aktiv zu werden. Freiwillige arbeiten z. B. in Gedenkstätten, NGOs, bei der Begleitung von NS-Verfolgten oder in Projekten für Menschen mit Behinderungen.
Verpflegung, Unterkunft, Taschengeld und Reisekosten werden gestellt, vor Ort gibt es Begleitung durch ASF. Ein Jahr, um Neues zu erleben, sich zu engagieren, andere Kulturen kennenzulernen und Freundschaften über Grenzen hinweg zu schließen.
Kennt ihr jemanden, der nach der Schule noch nicht weiß, was er oder sie machen möchte? Dann empfehlt gern den ASF-Freiwilligendienst weiter – ein Jahr, um sich sinnvoll einzubringen und Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.

Bewerbungen und Infos: www.asf-ev.de/freiwilligendienst

Digitaler Salon: Zeitzeugengespräch mit Joop Caneel
29. Januar 2026, 18:00–19:30 Uhr | Zoom

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste lädt zu einem digitalen Zeitzeugengespräch mit dem Shoah-Überlebenden Joop Caneel ein. Er berichtet über seine Kindheit im besetzten Amsterdam, die Verfolgung seiner jüdischen Familie und sein Überleben getrennt von seinen Eltern – und darüber, warum er heute über diese Erfahrungen spricht.
Anita Winter, Präsidentin der Gamaraal Foundation, gibt zudem Einblicke in die aktuelle Situation von Überlebenden in der Schweiz und die Bildungsarbeit der Stiftung.
Eine Online-Veranstaltung von ASF in Kooperation mit der Gamaraal Foundation.

Hier geht es zur Veranstaltung & Anmeldung.

Podcast-Empfehlung: „Draußen mit Claussen“

Für alle, die sich für die Schnittstelle von Religion, Rechtsextremismus und gesellschaftlichem Engagement interessieren, möchten wir zwei besonders hörenswerte Folgen des Podcasts von Johann Hinrich Claussen, Leiter des Kulturbüros der EKD, empfehlen:

„Christlicher Nationalismus – Gefahr von rechts?“
Mit Martin Fritz (EZW) geht es um die Frage, wie wir Phänomene am rechten Rand präzise beschreiben können – und was der Fall Charles Kirk über christlichen Nationalismus und seine mögliche Relevanz im deutschsprachigen Raum zeigt.
„Evangelikale Frauen – einflussreich und unbekannt“
Claudia Jetter (Berlin) erzählt von prägenden evangelikalen Frauen der letzten 200 Jahre – beeindruckende, ambivalente und für das Verständnis US-amerikanischer Religion wichtige Geschichten.

KompRex – gemeinsam stark in der Rechtsextremismusprävention

Auf aktuelle Entwicklungen im Rechtsextremismus reagieren, bundesweite Präventionsangebote weiterentwickeln, Wissen und Erfahrung bündeln, Projektpartner*innen qualifizieren und vernetzen – dafür steht der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex).
Gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung, Lidice Haus, cultures interactive e.V., der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) und Gesicht Zeigen! engagiert sich die BAG K+R im Verbund dafür, unterschiedliche Facetten des Rechtsextremismus sichtbar zu machen und wirksame Präventionsstrategien bereitzustellen.
Auf der neuen Website finden sich Infos zu den beteiligten Organisationen, aktuelle Fachimpulse, Materialien sowie Termine und Veranstaltungen aus der Präventionsarbeit. Der KompRex-Newsletter informiert ebenfalls regelmäßig.

Mehr unter: www.komprex.de

Lese-Tipp: Orientierungshilfe „Antisemitismuskritik und Israel“

Antisemitische Bilder und Mythen sind oft tief verankert und zeigen sich auch in Medien, Popkultur oder Schulbüchern. Insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 ist die Sensibilisierung für israelbezogenen Antisemitismus besonders wichtig.
Die Evangelische Akademie zu Berlin hat die Orientierungshilfe „Antisemitismuskritik und Israel. Wie mach ich’s?“ veröffentlicht. Sie bietet Lehrkräften und pädagogischen Multiplikator*innen praxisnahe Ansätze, um antisemitische Narrative zu erkennen, zu hinterfragen und konstruktive Gegenerzählungen zu entwickeln. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Bewusstmachung tief verankerter Stereotype und deren Kontinuitäten.
Die Orientierungshilfe enthält:
• Fallstricke bei der Thematisierung von Israel
• Reflexionsfragen zu Antisemitismus und Darstellung Israels
• Tipps für die pädagogische Arbeit und Prävention
Verantwortlich für den Inhalt: Kristina Herbst & Dr. Christian Staffa

Mehr Infos und Zugriff auf die Orientierungshilfe: EAzB – Antisemitismuskritik und Israel

4. Lichtblicke - Wenn Kirche Haltung zeigt

In unserer Rubrik „Lichtblicke“ berichten wir von Orten und Initiativen, die sich aktiv für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde einsetzen. Auch dieses Mal möchten wir ein ermutigendes Beispiel teilen:

In Bautzen bringen die Happy Mondays die Stadtgesellschaft zusammen. Auf Kunst- und Kulturveranstaltungen mitten im öffentlichen Raum entstehen Begegnungen voller Freude, Vielfalt und Solidarität. Konzerte, Poetryslams, Workshops, Tanz und gemeinsame Aktionen stärken das Miteinander und machen demokratische Teilhabe erfahrbar.

Die nächste Gelegenheit, dabei zu sein, bietet die Weihnachtsedition von Happy Monday am 22.12.2025 von 17:00–19:00 Uhr auf dem Fleischmarkt / Mjasowe wiki Budyšin. Bringt Punsch, Kekse oder einfach gute Laune mit, um das Jahr gemeinsam ausklingen zu lassen.
Beiträge für „Lichtblicke“ sind herzlich willkommen. Hinweise oder kurze Beschreibungen bitte an post@bagkr.de
Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus
c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
V.i.S.d.P: Henning Flad
Auguststr. 80 | 10117 Berlin
Deutschland
post@bagkr.de
www.bagkr.de

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus nimmt den persönlichen Schutz Ihrer Daten sehr ernst. Wir speichern Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse, um Sie über die Arbeit der BAG K+R und unsere Projekte zu informieren, um Sie um Ihre Unterstützung für unsere gemeinsame Sache zu bitten, sowie um Sie zu Veranstaltungen vorzugsweise in Ihrer Region einzuladen. Wir versichern Ihnen, dass wir Ihre Daten ausschließlich für unsere Zwecke nutzen und zu keinem Zeitpunkt an Dritte weiterveräußern oder vermieten.

Wenn Sie den Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an post@bagkr.de oder klicken Sie unten auf "Austragen".
facebook instagram