Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

während die Temperaturen draußen steigen, arbeiten wir in unseren Büros intensiv an der Vorbereitung für die nächste Phase des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ab 2025.
Der Sommer brachte auch den verabschiedeten Bundeshaushalt mit sich, der einige Demokratieförderungsprojekte ins Schwitzen brachte. Auch Dank der Kampagnen aus der Zivilgesellschaft, an denen sich auch die BAG K+R beteiligte, wurde jedoch das Schlimmste abgewendet, momentan sind keine Kürzungen im Demokratieförderbereich in Sicht.
Wir können also auch weitere inhaltliche Vorbereitungen treffen und stellen euch in diesem Newsletter drei unserer Veranstaltungen im Herbst / Winter vor, für die ihr euch ab sofort anmelden könnt. Außerdem ist natürlich das Superwahljahr mit den vergangenen Europa- und Kommunalwahlen und zukünftigen Landtagswahlen 2024 ein wiederkehrendes Thema in Publikationen, Veranstaltungen und Aktionen unserer Mitglieder und Partnerorganisationen. Lest hier im Newsletter mehr dazu.

Besonders freuen wir uns über einen Preis für Martin Becher, der sich seit vielen Jahren in unserem Sprecher*innenrat engagiert – auch dazu unten mehr.

Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus

1. Vorschau: BAG K+R-Veranstaltungen 2024

Apokalypse nein! – Wie weiter in der kirchlichen Auseinandersetzung mit der extremen Rechten?

Der drohende Untergang, das nahende Ende oder die ersehnte Erneuerung? Apokalyptische Narrative werden zunehmend von der weltweit erstarkenden Rechten verbreitet. Sie stärken in der extremen Rechten Fantasien von Wehrhaftigkeit und lähmen an manchen Orten die engagierte Zivilgesellschaft.

Auf unserer diesjährigen Jahrestagung werden wir uns u.a. mit apokalyptischem Denken beschäftigen und der Frage, wie kirchliche Initiativen in diesen Zeiten besser ihre Botschaften vermitteln können.

„Das Ende ist nahe!“ - Neurechte Theologie zwischen Untergangs- und Erlösungsphantasien

Wie hält es die extreme Rechte mit der Religion? Die Rede von der „Rettung des christlichen Abendlandes“ gehört zu den wichtigsten rechtsextremen Narrativen der letzten zehn Jahre. Während der Neonazismus überwiegend neuheidnisch und antichristlich ist, hat das Christentum für die „Neue“ Rechte eine identitätsstiftende und strategische Funktion. Die Tagung wird sich dieser Schnittstelle von Theologie und Rechtsextremismus annehmen, ideengeschichtliche und analytische Zugänge aufzeigen und einen sinnvollen Umgang mit der Problematik besprechen.

Esoterik und Rechtsextremismus – Geschichte und Gegenwart einer Liaison

Donnerstag, den 12. September 2024, von 13:30 bis 18:00 Uhr, online
Nicht erst seit der Corona-Pandemie zeigt sich, dass in der esoterischen Szene menschenfeindliches Gedankengut weit verbreitet ist – verbunden mit einer tiefsitzenden Abneigung gegenüber der Moderne und der Aufklärung, und verbunden auch mit einer Anfälligkeit für Verschwörungsideologien und Antisemitismus.

In der Veranstaltung wollen wir uns zunächst genauer mit den Brücken zwischen Esoterik und Rechtsextremismus beschäftigen: Welche Inhalte hat das Gedankengut, das in der Szene populär ist? Welche Rolle spielt die sogenannte „Alternative Medizin“ und die Ablehnung der Naturwissenschaften für die Esoterik?

2. Rückschau: Katholikentag 2024

Wir blicken zurück auf einen ereignisreichen Katholikentag in Erfurt. Wir hatten viele wertvolle und wertschätzende Gespräche und tolle Begegnungen. Die Bundesfamilienministerin Lisa Paus kam mit Sprecher*innen der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus ins Gespräch zur gemeinsamen Arbeit im Bundesprogramm "Demokratie leben!" und den aktuellen Herausforderungen im Bereich Rechtsextremismusprävention.

Auch bereiteten wir einige Veranstaltungen auf dem Katholikentag mit vor. Auf dem Podium „Der Antisemitismus und wir“ wurde dezidiert nach den christlichen Wurzeln und gegenwärtigen Formen der Judenfeindschaft gefragt. In Werkstatt-Gesprächen ging es zum einen um die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in Thüringen, dem Gastgeber-Bundesland des diesjährigen Katholikentags [Weiterlesen]

3. Aktuelle Kampagnen

Wählen gehen! – Für Demokratie und Menschenwürde

2024 ist ein Superwahljahr. Im Herbst finden Landtagswahlen in drei Bundesländern statt: auch hier drohen Stimmengewinne für Rechtsextreme.

Wir rufen deshalb dazu auf, wählen zu gehen: um unsere Zukunft anzupacken anstatt uns in eine falsche Vergangenheit zu flüchten.

Wir sagen deutlich: Extrem rechte Parteien zu wählen, heißt antidemokratische und menschenverachtende Kräfte zu stärken.
Kräfte, denen Menschenrechte und Verfassungen nichts gelten, die große Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Leben ausschließen und gar des Landes verweisen wollen.

Update

#GeradeJetztFuerAlle

Der Haushaltsentwurf des Bundeskabinetts vom 17. Juli 2024 sieht keine massiven Kürzungen bei der Demokratiearbeit, den Jugendverbänden, dem Kinder- und Jugendplan und der Bundeszentrale für politische Bildung vor. Für Entwarnung ist es aber zu früh, denn im parlamentarischen Prozess kann noch viel passieren.
Wir bleiben daher wachsam – und appellieren an die demokratischen Abgeordneten im Bundestag und an den Bundesrat: Sorgen Sie dafür, dass in den parlamentarischen Beratungen keine neuen Kürzungen reinverhandelt und dass die Freiwilligendienste auf dem Niveau von 2024 abgesichert werden!

4. Aus den Regionen, Landeskirchen und Diözesen

Herzlichen Glückwunsch
Martin Becher erhält den Hermann Müller-Franken Preis 2024

Erstmals wurde von der Franken-Akademie Schloß Schney e.V. der Hermann Müller-Franken Preis für herausragendes Engagement für die Demokratie in Franken verliehen. Preisträger ist Martin Becher, langjähriges Mitglied im BAG K+R-Sprecher*innenrat.

Gewürdigt wurde er für seine unermüdliche und verbindende Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus.

#VerständigungsOrte
Kirche und Diakonie für gesellschaftlichen Dialog

Angesichts der gefühlten gesellschaftlichen Spaltung setzen sich EKD, Diakonie und die Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi) für mehr Verständigung ein. Mit der Initiative #VerständigungsOrte laden sie Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und andere kirchlichen Institutionen ein, ihre Türen zu öffnen und mit Veranstaltungen und Projekten „dritte Orte“ für gesellschaftlichen Austausch anzubieten.

Bündnis: Netzwerk Israel - Solidarität mit der Zivilgesellschaft



Seit den Terrorangriffen der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen am 7. Oktober 2023 leistet die Zivilgesellschaft in Israel Unglaubliches, um Terrorüberlebende und Binnenevakuierte zu versorgen, Shoah-Überlebende und ihre Familien zu unterstützen und ein friedliches Zusammenleben jüdischer und arabischer Bürger*innen Israels zu fördern.
Das Netzwerk Israel ist eine Plattform für alle, die die Menschen in Israel dabei unterstützen wollen.
Ziel des Netzwerks ist es, ein Zeichen zur Unterstützung der israelischen Zivilgesellschaft zu setzen und konkrete Hilfe aus der deutschen Gesellschaft zu mobilisieren.

Hoffnung in bedrohten Zeiten: Christliche Beiträge zur Demokratie heute

Gesellschaftliche Debatten nehmen seit einiger Zeit an Schärfe und Polemik zu. Die These von der gespaltenen Gesellschaft ist zum medialen Dauerthema geworden. Empirisch lässt sie sich nicht unbedingt belegen, aber zweifellos sind die extremen Ränder lauter geworden.
Der christliche Anspruch, die Gesellschaft mitzugestalten, birgt den Anspruch, dass Gemeinden, Diakonie und kirchliche Bildungsarbeit gesellschaftliche Themen nicht umgehen. Kontoversen zu führen, ohne Affektpolitik auf den Leim zu gehen, könnte ein kirchlicher Beitrag zu einer produktiven demokratischen Debatte sein. Um dies anzuregen, hat die Evangelischen Akademie zu Berlin sich dazu entschlossen, einige derzeit kontrovers verhandelte Themen aus einer christlich verantworteten Perspektive zur Diskussion zu stellen.
"Wir glauben, dass Gott uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat." (2. Timotheus 1,7)

























Rechtspopulismus ist keine Option: Analyse zum AfD-Grundsatzprogramm

"Die AfD hat eine grundlegende Distanz zur Demokratie nach dem Grundgesetz"! – dies geht aus einer Analyse des Grundsatzprogramms der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hervor. Die Untersuchung hat Friedrich Stiller geleitet, der mit dem Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus im evangelischen Kirchenkreis Dortmund, Mitglied in der BAG K+R ist.

Unter dem Titel „Rechtspopulismus ist keine Option“ werden in einem zwölfseitigen Info-Flyer die Partei vorgestellt und das Parteiprogramm an acht Beispielen erläutert. Daneben werden ausgewählte Äußerungen von AfD-Größen kommentiert. Außerdem setzen sich die Autoren kritisch mit der Strategie der AfD auseinander, die auf Provokationen und Skandal zielt.

5. Tipps: Termine und Veranstaltungen

Tagung der Evangelischen Akademie Baden:
Rechtes Christentum
Tagung der Evangelischen Akademie Sachsen:
Hoffnung für die Erde leben
XI. Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden: „Fremd in der eigenen Demokratie - Gesellschaftliche Krisen verstehen und bewältigen
Am Freitag, den 6. September bis Sonntag, den 8. September 2024 in Bad Herrenalb
Von Freitag, den 13. September 2024 bis Sonntag, den 15. September 2024 in Dresden

Von Samstag, den 21. September bis Sonntag, den 22. September 2024 in Graal Müritz

7. Publikationen und Lesenswertes

Handreichung
“Nächstenliebe unter Druck. Haltung zeigen und Verantwortung leben im diakonischen Arbeitsumfeld”
Was tun gegen Rechtsextremismus?

Mutige Menschen und gute Ideen für die Demokratie
Die Handreichung der Diakonie Sachsen reflektiert und dokumentiert Erfahrungen der letzten Jahre im Umgang mit menschenverachtenden Positionen innerhalb von Kirche und Diakonie in Sachsen. Sie finden darin eine Vielfalt von praktischen Ansätzen, die dazu dienen, mit herausfordernden Situationen umzugehen, in denen Werte der Nächstenliebe und des Miteinanders infrage gestellt werden.
Was sagen, wenn der Nachbar rassistische Sprüche klopft – oder lieber schweigen? Wie mit Hass im Netz umgehen, eine Demo organisieren, Verbündete finden? Was können wir als Einzelne tun, was muss politisch geschehen, damit Deutschland weltoffen, plural und vielfältig bleibt?
Diesen Fragen geht Publik Forum in seinem 16 Seiten umfassenden Dossier nach.
Podcast
Welche Rolle spielen die Kirchen im Kampf gegen Rechtsextremismus?
Kommunalwahlen in acht Bundesländern, Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Europawahl für rund 350 Millionen Wahlberechtigte in ganz Europa. Das Jahr 2024 hat durch die vielen Wahlen eine große politische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wächst die Sorge vor einem Erstarken rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Wie werden diese Parteien abschneiden? Wie sieht das Verhältnis der Kirchen zur extremen Rechten aus?
Buch
Rechte Versuchung – Bekenntnisfall für das Christentum
Themen wie der Lebensschutz oder der Anti-Gender-Aktivismus bieten gemeinsame Schnittfelder, der traditionelle Antimodernismus der katholischen Kirche einen willkommenen Anknüpfungspunkt.

Sonja Strube entlarvt die Taktiken rechter Strategen und warnt christliche Kreise davor, sich mit den falschen Bündnispartnern einzulassen, die das Christentum letztlich für ihre Zwecke instrumentalisieren.
Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus
c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
V.i.S.d.P: Henning Flad
Auguststr. 80 | 10117 Berlin
Deutschland
post@bagkr.de
www.bagkr.de

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