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Fachtagung am 10. und 11. März 2023 in der Evangelischen Akademie Bad Boll


Religion und Theologie der Neuen Rechten. Eine notwendige Auseinandersetzung

Die Ideologieangebote der Neuen Rechten und des Rechtspopulismus stellen sich häufig mit einem positiven Bezug auf die Kirchen oder die christliche Religion dar.
Dies gilt für der Parole von der „Rettung des christlichen Abendlandes“, aber auch für intellektuell anspruchsvollere Texte.

Für die Kirchen ist dies eine ernst zu nehmende Herausforderung: Sie müssen sich gegen falsche Vereinnahmungen wehren, aber auch ihre eigene Theologie selbstkritisch auf mögliche Anknüpfungspunkte für die Ideologie der Neuen Rechten befragen.

Wir werden in dieser Tagung darum mehreren Fragen nachgehen:
Was macht die Neue Rechte und den Rechtspopulismus aus und kann deren Ideologie wirklich christlich genannt werden?
Welche Rolle spielen die unseligen Traditionen des christlichen Antijudaismus dabei?
Wie können die Kirchen mit dieser Herausforderung umgehen?
Die Analyse beschränkt nicht auf Deutschland: Deshalb werden wir darüber diskutieren, wie es sich mit dem Rechtspopulismus in Frankreich, Italien und Osteuropa verhält.

Kirche und Theologie sind in Veröffentlichungen und in Diskussionen mit dem Phänomen konfrontiert und müssen sich dazu verhalten. Diese Tagung will mit Ihnen einen Schritt auf der Suche nach einem sinnvollen und kritischen Umgang mit der Problematik neurechter Ideologie und Theologie gehen.

Dazu laden wir herzlich ein in die Evangelische Akademie Bad Boll. Das Programm und die Anmeldung finden Sie auf unserer Website.

Drei neue Publikationen

Zum Ende des letzten Jahres 2022 sind drei BAG K+R-Publikationen erschienen, auf die wir noch einmal gesammelt hinweisen wollen. Dazu gehört auch unsere dritte Ausgabe der „Einsprüche“-Broschüre. In Kooperation mit der Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bad Alexandersbad ist außerdem die Broschüre „Rechts Denken, rechts Reden - und wie darauf reagieren - Zur Verschränkung von Demokratiearbeit und Systemischer Kommunikation“ erschienen. Mit der Evangelischen Akademie, dem Projekt „DisKursLab“ und dem Netzwerk antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie (narrt) zusammen ist darüber hinaus die Broschüre „Störung hat Vorrang! Christliche Antisemitismuskritik als religionspädagogische Praxis“ entstanden.

Dritte Ausgabe der „Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte“

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Auch in der dritten Ausgabe der Publikationsreihe »Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte« beschäftigen wir uns mit Phänomenen, Akteur*innen und Narrativen an der Schnittstelle von Christentum und extrem rechter Ideologie. Wie gelingt oder misslingt der »Neuen« Rechten die Vereinnahmung von Theologie, von Christentum und seinen Grundverständnissen? Was hat es mit dem selbsternannten rechten Christentum auf sich? Welche Ideologieelemente finden sich sowohl am rechten Rand der Kirchen, wo finden sie sich aber auch in der Mitte von Gemeinden und Gesellschaft?


In der aktuellen Ausgabe:


Ein Kreuzzug ohne Gott: die identitätspolitische. Wiederentdeckung der Religion
von Tobias Cremer

In seinem Beitrag zeigt Tobias Cremer auf, dass Rechtspopulist*innen ihre Bezüge auf das Christentum in den letzten Jahren deutlich intensiviert haben – obgleich dies weniger auf ein Wiederaufleben von Religiosität als vielmehr auf eine neue Identitätspolitik der Rechtspopulist*innen zurückzuführen ist. Er analysiert, wie unterschiedliche Akteur*innen zwar christliche Symbole als Insignien eines identitären Abendlandbegriffes verwenden, sich gleichzeitig aber von christlichen Glaubensinhalten und Institutionen distanzieren.


Antigenderistische Ressentiments, rechte hegemoniale Identitätspolitiken und religionsbezogene Kommunikation
von Kristin Merle und Anita Watzel

In ihrem Beitrag fragen Kristin Merle und Anita Watzel, wie es um den ›ganz alltäglichen‹ Anti-Genderismus in rechts-religiösen Kommunikationskontexten bestellt ist. Die beiden Autorinnen untersuchen in ihrer Studie »Religion und Rechtspopulismus/-extremismus. Analysen von Narrationen vorurteilsbezogener Kommunikation und Hassrede online« antigenderistische Narrative und Strategien in Online-Kommunikaten. Sie erläutern zudem die Funktionen solcher Narrative und Strategien – sie stabilisieren die eigene Identität und dienen der Vergemeinschaftung im Kampf um hegemoniale Deutungsmacht.


Die Broschüre steht als PDF kostenlos zu Verfügung und kann auch als Printversion bestellt werden.


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Erste Ausgabe "Einsprüche"
Zweite Ausgabe "Einsprüche"

„Rechts Denken, rechts Reden - und wie darauf reagieren - Zur Verschränkung von Demokratiearbeit und Systemischer Kommunikation“

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Von einem Team aus Mitarbeiter*innen der Projektstelle gegen Rechtsextremismus und Kommunikationstrainer*innen aus dem Bereich der systemischen Beratung, zumeist aus dem Kontext des Praxis Institut Süd, wurde ein Workshopkonzept erarbeitet. In diesem Workshop wurden Strategien aus systemischer Perspektive entwickelt, wie Menschen Vorurteilen und Hass in ihrem beruflichen, familiären oder privaten Alltag begegnen und mit dieser Konfrontation mit sogenannten ‚rechten‘ Meinungen und Äußerungen besser umgehen und darauf reagieren können. “. Nach dem Wechsel aus Reflexion und Information folgt die Aktionsphase des Workshops in Kleingruppen, angeleitet durch die Kommunikationstrainer*innen. Die Teilnehmenden erhalten von den Trainer*innen zudem hilfreiche systemische Haltungen an die Hand. Anschließend werden diese systemischen Haltungen in Gesprächssequenzen modellhaft dargestellt, in Rollenspielen durchgespielt und in Gesprächen reflektiert.

Die Broschüre bietet einen Einblick in das Konzept dieses Workshopkonzepts sowie in dessen Inhalte und Methoden. Dieser theoretische Teil wird durch Praxisreflexionen aus bereits durchgeführten Workshops ergänzt.


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„Störung hat Vorrang! Christliche Antisemitismuskritik als religionspädagogische Praxis“

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Kaum ein Mensch versteht sich heutzutage dezidiert und offen als Antisemitin oder Antisemit. Dennoch kommen besonders in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie bestimmte antijüdische oder antisemitische Bilder an die Oberfläche. Viele kirchliche Stellungnahmen machen sehr deutlich, dass Antisemitismus als Sünde verstanden werden muss. Gleichzeitig scheint ein Verständnis dafür zu fehlen, wie Kirche, Theologie und Religionspädagogik immer noch Bilder tradieren, die das Judentum als Negativfolie nutzen, um sich selbst alles Positive zuschreiben. Zu beobachten ist auch, dass in den säkularen Varianten des Antisemitismus – meist unbewusst und unreflektiert – eine christlich geprägte Stereotypisierung weiterlebt.

Mit der Broschüre „Störung hat Vorrang“ zeigen die Projekte DisKursLab und Bildstörungen deshalb Wege auf, wie christliche Antisemitismuskritik für die religionspädagogische Praxis fruchtbar gemacht werden kann. Die Broschüre wurde gemeinsam mit Christian Staffa, dem Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche, sowie dem Netzwerk antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie (narrt) erarbeitet und wird vom DisKursLab gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus herausgegeben.

Anliegen der Broschüre ist es, gewohnte Bahnen in Religionspädagogik und Theologie zu stören, um der fortdauernden Stereotypisierung von Jüdinnen und Juden etwas Konstruktives entgegenzusetzen. Neue Selbstbilder braucht das Land – und zwar Selbstbilder, die Ambivalenzen nicht in Aggression gegen ein jüdisches Gegenüber auflösen. Solche Selbstbilder sind auch für Genderthemen und Rassismuskritik fruchtbar zu machen, denn bei diesen Themen wirken ähnliche Projektions- und Zuschreibungsmechanismen. Die Beiträge der Broschüre versuchen daher anhand konkreter biblischer Motive, neue Selbstbilder zu konstruieren, die nicht auf Abspaltungen und Negativzuschreibungen angewiesen sind. Sie präsentieren konkrete antisemitismuskritische Elemente, die in Lehrbücher und Materialien für den Religionsunterricht einfließen können. Damit wollen sie exemplarisch zu einem besseren christlichen Selbst-, Bibel- und Weltverständnis anregen.

Die Broschüre ist als PDF kostenlos erhältlich.


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Beiträge der Broschüre über narrt.de

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