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Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,
mit unserem vierten und letzten Newsletter im Jahr 2018 möchten wir von unseren vergangenen Veranstaltungen berichten und Sie über kommende Aktivitäten und neue Publikationen im Themenfeld informieren.
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Hinter uns liegt ein ereignisreiches Jahr, zuletzt fand unter anderem im Dezember eine tolle Veranstaltung in Brüssel statt, organsiert zusammen mit der Friedrich-Ebert Stiftung, der Diakonie Deutschland sowie Eurodiaconia. Im Mittelpunkt stand ein Vergleich des Rechtspopulismus in verschiedenen europäischen Ländern.
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Ebenfalls fand eine sehr interessante Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie (naart) unter dem Titel „Identität.Macht.Verletzung“ statt. Einige der Vorträge werden wir demnächst zusammen mit naart in einer Broschüre veröffentlichen.
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Das Jahr geht zu Ende, und wir wünschen Ihnen und Euch allen ein schönes Weihnachtsfest, hoffentlich erholsame Tage zwischen den Jahren und einen guten Start ins neue Jahr.
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Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen,
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Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus
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Rückblick: zwei spannende Tagungen
Fachtagung zu Rechtspopulismus in Europa
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Mehr als 60 Personen aus mehr als zehn europäischen Ländern nahmen am 6. und 7. Dezember 2018 an der Fachtagung zu „Rechtspopulismus in Europa“ („Right-Wing-Populism in Europe“) teil, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) in Kooperation mit Eurodiaconia, der Diakonie Deutschland und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brüssel ausgerichtet wurde.
Das Erstarken von rechtspopulistischen und rechtsautoritären Strömungen in ganz Europa, und sogar Regierungsbeteiligungen in einigen Ländern, ist eine große Herausforderung für Demokratie und Zivilgesellschaft sowie für die Zukunft der Europäischen Union. Das Vorgehen und der Einfluss von rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien gestalten sich dabei in den verschiedenen Ländern Europas sehr unterschiedlich.
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Das Netzwerktreffen diente dazu, einen intensiveren Einblick in die konkreten Entwicklungen verschiedener Staaten zu erhalten, sich als zivilgesellschaftliche Akteur*innen über Erfahrungen auszutauschen und Ideen zu entwickeln, die dazu dienen können, demokratische Strukturen zu stärken und zu verteidigen. [Weiterlesen]
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Konferenz: „Identität.Macht.Verletzung“
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Die Tagung „Identität.Macht.Verletzung“, die Anfang Oktober diesen Jahres in Berlin stattfand, wurde ausgerichtet von narrt, dem Netzwerk für rassismuskritische und antisemitismuskritische Religionspädagogik und Theologie (https://narrt.eaberlin.de/). An der Tagung nahmen mehr als 60 Personen teil, sowohl beruflich und ehrenamtlich Tätige aus verschiedenen Bereichen kirchlicher Praxis als auch Wissenschaftler*innen aus Theologie und (Religions-)pädagogik.
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Im Fokus der Tagung stand die Ambivalenz des „nicht mit und nicht ohne Identität“: Die rassismuskritischen Reflexionen von Identitätskonstruktionen auf der einen Seite und die Sensibilisierung für die Möglichkeit des Widerständigen in Identitätskonstruktionen auf der anderen. Zudem wurden internationale Perspektiven (schwarze Theologie aus den USA) wie auch historische Perspektiven (NS-Geschichte) diskutiert und so die gewaltbelastete Vergangenheit und deren Bearbeitungsformen in die gegenwärtigen Debatten eingebracht. [Weiterlesen]
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Aus den Regionen, Landeskirchen und Diözesen
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Christliches Selbstverständnis
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Diakonie veröffentlicht Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus Logo
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Die Diakonie hat in Berlin eine Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus vorgestellt. "Sie richtet sich an alle, die in der Diakonie jeden Tag engagiert an der Seite der Menschen arbeiten", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. "Das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte stellt auch die Diakonie vor neue Herausforderungen. Wir dulden in unseren Einrichtungen keinen Rassismus oder Antisemitismus, keine Ausgrenzung oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", erklärt der Diakonie-Chef weiter. "Die Diakonie bleibt bei ihrem christlichen Selbstverständnis und an der Seite der Schwachen und Benachteiligten", sagt Lilie. Die Angebote der Diakonie stehen allen Menschen offen, unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht, Weltanschauung und Religion. Mit der Handreichung will die Diakonie ihren Mitarbeitenden helfen, angemessen auf Provokationen und Tabubrüche - auch aus den eigenen Reihen - zu reagieren. "Die Frage ist doch, wo müssen wir klare Grenzen setzen, und an welcher Stelle können wir gelassen bleiben, um den Populisten nicht in die Hände zu spielen?", fragt Lilie. [Weiterlesen]
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#freiundgleich EKD-Menschenrechtsinitiative geht an den Start
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Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte startet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Menschenrechtsinitiative #freiundgleich. Mit einer Wanderausstellung, unterschiedlichen Veranstaltungsformaten – von Planspielen bis zu einer Modenschau –, Informations- und Bildungsmaterial rückt die EKD die Verteidigung der Menschenrechte als Aufgabe der Kirchen in den Fokus. Insbesondere Kirchen und Gemeinden sollen damit in der Menschenrechtsbildung unterstützt werden. [Weiterlesen]
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Vorschau: Termine und Veranstaltungen 2019
Umgang mit Rechtspopulismus - Eine Herausforderung für Verantwortliche in Kirche und Diakonie
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18. & 19. Februar 2019 // Dietrich Bonhoeffer Hotel, 10117 Berlin
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Erstmals führen wir ein gemeinsames zweitägiges Seminar in Kooperation mit der FAKD durch. Für die Veranstaltung am 18./19. Februar in Berlin zum Thema „Umgang mit Rechtspopulismus“ mit der Zielgruppe Leitungskräfte aus Kirche und Diakonie, konnten wir den Journalisten Toralf Staud (u.a. ZEIT) sowie Bischof Dr. Markus Dröge für Beiträge gewinnen.
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Ein Tag für Mehmet Turgut. – Der NSU-Mord in Rostock und die tödliche Dimension rassistischer Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern
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25. Februar 2019 // Rathaus Rostock
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Im Juli 2018 wurde am Oberlandesgericht München das Urteil im Prozess gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gesprochen und die strafrechtliche Aufarbeitung des NSU Komplexes weitgehend beendet. Erst im vergangenen Mai konstituierte sich in Mecklenburg-Vorpommern ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum NSU, der dessen Aktivitäten im Mecklenburg-Vorpommern aufklären soll. Mit der Veranstaltung wollen wir auf die zahlreichen offenen Fragen in Bezug auf den Mord an Mehmet Turgut am 25. Februar 2004, die Verbindungen des NSU-Netzwerks nach Mecklenburg-Vorpommern sowie die Kontinuitäten rassistischer Gewalt hinweisen.
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Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen.
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Interkulturellen Woche 2019
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15. & 16. Februar 2019 // Berlin-Spandau
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Wie können wir in Europa universelle Werte verteidigen und Menschen schützen? Wie schlägt sich die Demokratie im Widerstreit mit dem Rechtspopulismus? Wie hat sich der Antisemitismus in der (Migrations-)Gesellschaft in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie können sich Kirchengemeinden für mehr Interkulturalität öffnen? Das sind einige Fragen, die bei der bundesweiten Vorbereitungstagung am 14. und 15. Februar 2019 in Berlin diskutiert werden und zu der wir Sie herzlich einladen.
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Das komplette, ständig aktualisierte Programm mit allen Details zu den Arbeitsgruppen sowie Informationen zu organisatorischen Fragen können Sie online einsehen.
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„Es muss auch mal Schluss sein!?“ - Geschichtspolitik und Identitätskonstruktionen durch Kirche
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6. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ // 25. -26. Juni 2019 // Lutherkirche Lübeck
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In vielen Kirchen und Gemeinden finden sich Gedenkorte, mit denen höchst unterschiedlich und dabei mehr oder weniger reflektiert umgegangen wird. Ebenso verhält es sich mit der Gestaltung von Gedenktagen. Der Umgang mit Erinnerungsorten und Gedenktagen konstituiert historisches Bewusstsein und kann ein Statement auch zu gegenwärtigen politischen Vorgängen sein. Die momentanen Auseinandersetzungen um die Bewertung der NS-Diktatur, der Streit um die Aufarbeitung der DDR und die Einordnung der Novemberrevolution von 1918 zeigen, dass die Deutungshoheit über geschichtliche Ereignisse auch immer eine politische Richtungsentscheidung bedeutet.
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Im Mittelpunkt des 6. Forums „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ sollen folgende Fragen stehen: Welche Narrative finden sich in kirchlicher Erinnerungskultur wieder? Wie gestalten wir Orte der Reflexion und wie verhält sich Kirche zur säkularen Gedenkkultur in unserer Gesellschaft? Welche Verknüpfungen zu aktuellen Fragen ergeben sich und wie kann eine zeitgemäße christliche Erinnerungskultur wirksam gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtspopulismus sein?
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Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf eine interessante Tagung an einem denkwürdigen
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Mitgliederversammlung 2019
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Die Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus findet 2019 statt am:
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12. & 13. April // Stephansstift Hannover
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Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen.
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Das nächste Forum der der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus findet 2019 statt am:
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4. & 5. Oktober 2019 // Evangelische Akademie Bad Boll
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Weitere Infos zu Programm und Anmeldung folgen.
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Empfehlenswerte Publikationen und Veröffentlichungen
Rechtspopulismus und christlicher Glaube
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In Europa erfahren rechtspopulistische Parteien eine zunehmende Resonanz. Sie verzeichnen beachtliche Wahlergebnisse in zahlreichen Ländern.
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Ungarn und Polen haben rechtspopulistische Regierungen, ein Rückbau demokratischer Prinzipien kann in diesen Ländern beobachtet werden. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Auch in Deutschland können seit den Wahlerfolgen der AfD ein Rechtstrend und eine zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft beobachtet werden.
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Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien weisen auf die Krise des europäischen Projektes hin. Sie unterstreichen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit den ideologischen Grundlagen rechtspopulistischer Bewegungen, ebenso die Aufgabe, den Zusammenhalt der durch zunehmenden religiösen und weltanschaulichen Pluralismus fragmentierten Gesellschaft zu stärken.
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Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Reinhard Hempelmann / Harald Lamprecht (Hg.), 132 Seiten, Berlin 2018
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Für eine offene und solidarische Gesellschaft. – Die Reden
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Im Ullstein-Verlag erschien Ende November die Streitschrift „#unteilbar. Für eine offene und solidarische Gesellschaft“. In Windeseile haben die Vielen, die im Rahmen des Bündnisses zusammengefunden haben, (fast) alle Reden von Auftakt- und Abschlusskundgebung zusammengetragen und so bearbeitet, dass sie in ein 80-seitiges Buch passen. Vielen Dank an die Redner*innen, den Verlag und an all jene, die mitgeholfen haben! Die Veröffentlichung dieses Buches ist ein Non-profit-Projekt des Verlags zugunsten von #unteilbar: Von jedem verkauften Exemplar geht ein Euro an das Bündnis! Also: Beschenkt Euch und Eure Freund*innen und Familienmitglieder mit diesem großartigen Dokument des Wandels!
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Bündnis „Unteilbar“ (Hg.): Für eine offene und solidarische Gesellschaft. – Die Reden. 80 Seiten, Ullstein Verlag
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"Politische Streitkultur in Quartieren und Gemeinden entwickeln - Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam
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Das Kulturbüro Sachsen e.V. (KBS) berät seit seiner Gründung 2001 Verwaltungen, Vereine, Bürgerinitiativen und viele andere Organisationen im Umgang mit neonazistischen, rassistischen, antisemitischen und anderen menschenfeindlichen Aktivitäten und bei der Stärkung demokratischer (Alltags-)Kultur. Kirchengemeinden spielten innerhalb der gemeinwesenzentrierten Arbeit von Beginn an eine große Rolle als Partner/innen, Beratungsnehmer/innen und/oder deutungsmächtige Akteure vor Ort. So überrascht es wenig, dass Mitarbeitende des KBS schon vor über zehn Jahren zusammen mit anderen den Impuls gaben für die Gründung der ökumenischen Arbeitsgruppe Kirche und Rechtsextremismus in Sachsen, inzwischen heißt sie Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und Menschenrechte (im Folgenden AG Kirche). Der Artikel von Petra Schickert und Susanne Feustel gibt einen Überblick über die Arbeit der AG Kirche in Sachsen.
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forum erwachsenenbildung - Die evangelische Zeitschrift für Bildung im Lebenslauf. Waxmann Verlag, 51. Jahrgang, 4/2018 „Zivilgesellschaft braucht Streitkultur“
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Mythen im Rechtsextremismus (Kleines Mythologisches Alphabet)
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Das Buch gibt einen gut lesbaren und konzentrierten Überblick die Instrumentalisierung nordisch-germanische Mythologie im Rechtsextremismus. Ohne eine wissenschaftliche Fundierung zu vernachlässigen, beschreibt der Autor ausführlich, auf welche Elemente aus der Mythologie sich Rechtsextremisten beziehen und wie sie diese politisch-ideologisch umdeuten. In diesem Zusammenhang identifiziert das Buch auch die Ursachen für den rechtsextremen Mythen-Bezug. Eingehend wird zudem die Verwendung von Runen und anderen Symbolen behandelt. Außerdem richtet sich der Blick auch auf die Nutzung nordisch-germanischer Mythologie im Rechtsextremismus außerhalb des deutschen Sprachraumes.
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Georg Schuppener: Mythen im Rechtsextremismus. Reihe Kleines Mythologisches Alphabet. Leipzig 2018 (Edition Hamouda)
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