21 Dez 2017

Rückblick: Forum „Gegen den Hass. Die Kirchen in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus“, 29.-30.9.2017 in Magdeburg, Roncalli-Haus

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Vertreter*innen aus Kirchen und Zivilgesellschaft diskutierten über Strategien im Umgang mit erstarkendem Rassismus und einer sozialen Bewegung von rechts. Über 80 Teilnehmer*innen kamen in Magdeburg zusammen, um über die Herausforderungen zu beraten, die sich aus den neuen rechten Bewegungen und dem Einzug der AfD in den Bundestag ergeben.

Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen wie Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) nahmen an der Tagung teil. Bischof Dr. Feige betonte in seinem Grußwort die Pflicht der Christ*innen, Menschen in Not zu unterstützen und erklärte: „Ich habe keine Angst vor einer Überfremdung von außen, wohl aber vor einer Entmenschlichung von innen.“

Die mitteldeutsche Landesbischöfin Junkermann stellte deutlich klar: „Christ sein und Rechtsextremismus verträgt sich nicht“. Die Kirchen hätten die Verantwortung, sich gegen Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit zu positionieren, gleichzeitig aber auch den Dialog in den Gemeinden zu suchen.

Dr. Giorgia Bulli (Universität Florenz) analysierte Rechtspopulismus im europäischen Vergleich. Alexander Häusler (FH Düsseldorf) und David Begrich (Miteinander e.V.) diskutierten die Auswirkungen des Bundestagswahlergebnisses auf Politik und Gesellschaft in Deutschland. Prof. Dr. Wolfgang Palaver (Universität Innsbruck) beschrieb in seinem Beitrag, warum Politik mit der Angst leicht auf Feindschaft hinaus laufen könne und zeigte Wege aus der Angst auf.

In einer Podiumsdiskussion sprachen Betroffene über ihre Erfahrungen mit Anfeindungen. Insbesondere der ehemalige Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth berichtete sehr eindringlich von Morddrohungen und ökonomischem Druck auf seine Familie, nachdem er sich für Geflüchtete engagiert hatte.

Christian Staffa, Mitglied des Sprecher*innenrates der BAG K+R erklärte zum Ergebnis der Bundestagswahl: „Es hat gezeigt, dass die AfD nicht bekämpft werden kann, indem Elemente ihres Programms oder ihrer Rhetorik übernommen werden. Wirksam ist stattdessen eine klare Gegenposition.“

Die Präsentation des Vortrags von Herrn Prof. Palaver finden Sie hier.

Das Grußwort von Bischof Dr. Feige finden Sie hier.

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