21 Dez 2017

Newsletter der BAG Kirche + Rechtsextremismus – Nummer 03, 2017

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1. Herzlich Willkommen

2. Rückblick: Forum „Gegen den Hass. Die Kirchen in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus“ in Magdeburg

3. Ausblick auf 2018 – Save the dates

4. Aktuelle Veröffentlichungen und Neuerscheinungen der BAG K+R

5. „Der Teufel auch im Netz“ – Neues Projekt der Ev. Akademie zu Berlin 

6. Empfehlenswerte Publikationen und Veröffentlichungen 

 

 

1. Herzlich Willkommen

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

mit unserem dritten und letzten Newsletter im Jahr 2017 möchten wir von unseren vergangenen Veranstaltungen berichten und Sie über kommende Aktivitäten und neue Publikationen im Themenfeld informieren.

In der zweiten Jahreshälfte ist bei uns viel passiert. In Magdeburg fanden Ende September unsere Mitgliederversammlung und das Forum „Gegen den Hass“ statt. Beide gut besuchten Veranstaltungen waren sehr bereichernd mit interessanten Beiträgen und boten Raum für Austausch, Diskussionen und Vernetzung. Wir danken unseren Kooperationspartner*innen aus Magdeburg für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Drei weitere Veranstaltungen für Willkommensinitiativen sowie ehrenamtliche/ hauptamtliche Engagierte in der Arbeit mit Geflüchteten fanden statt, zwei davon in Kooperation mit Mitgliedsorganisationen  – in Dortmund, Dresden und Berlin. Wir waren im ganzen Bundesgebiet auf diversen weiteren Veranstaltungen mit Referaten und Workshops präsent.

Wir waren mitbeteiligt an einer Tagung zusammen mit der Evangelischen Akademie zu Berlin sowie dem Zentralrat der Sinti und Roma zum Thema Antiziganismus und Protestantismus, die zu intensiven Diskussionen führte. Dieses Thema wollen wir auch zukünftig weiter bearbeiten.

In der Geschäftsstelle wird es eine Veränderung geben: Unsere Projektkoordinatorin Kristina Herbst wird zum Anfang des Jahres zur Evangelischen Akademie zu Berlin wechseln. Die Stelle wird im Februar neu besetzt sein – bis dahin wird die Geschäftsstelle nur mit der Projektleitung besetzt sein.

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende, und wir wünschen Ihnen und Euch allen ein schönes Weihnachtsfest, hoffentlich erholsame Tage zwischen den Jahren und einen guten Start ins neue Jahr.

Viel Spaß beim Lesen!

Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen,

Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus

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2. Rückblick: Forum „Gegen den Hass. Die Kirchen in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus“ in Magdeburg

Vertreter*innen aus Kirchen und Zivilgesellschaft diskutierten über Strategien im Umgang mit erstarkendem Rassismus und einer sozialen Bewegung von rechts. Über 80 Teilnehmer*innen kamen in Magdeburg zusammen, um über die Herausforderungen zu beraten, die sich aus den neuen rechten Bewegungen und dem Einzug der AfD in den Bundestag ergeben. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen wie Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) nahmen an der Tagung teil. Bischof Dr. Feige betonte in seinem Grußwort die Pflicht der Christ*innen, Menschen in Not zu unterstützen und erklärte: „Ich habe keine Angst vor einer Überfremdung von außen, wohl aber vor einer Entmenschlichung von innen.“ Die mitteldeutsche Landesbischöfin Junkermann stellte deutlich klar: „Christ sein und Rechtsextremismus verträgt sich nicht“. Die Kirchen hätten die Verantwortung, sich gegen Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit zu positionieren, gleichzeitig aber auch den Dialog in den Gemeinden zu suchen. Dr. Giorgia Bulli (Universität Florenz) analysierte Rechtspopulismus im europäischen Vergleich. Alexander Häusler (FH Düsseldorf) und David Begrich (Miteinander e.V.) diskutierten die Auswirkungen des Bundestagswahlergebnisses auf Politik und Gesellschaft in Deutschland. Prof. Dr. Wolfgang Palaver (Universität Innsbruck) beschrieb in seinem Beitrag, warum Politik mit der Angst leicht auf Feindschaft hinaus laufen könne und zeigte Wege aus der Angst auf. In einer Podiumsdiskussion sprachen Betroffene über ihre Erfahrungen mit Anfeindungen. Insbesondere der ehemalige Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth berichtete sehr eindringlich von Morddrohungen und ökonomischem Druck auf seine Familie, nachdem er sich für Geflüchtete engagiert hatte. Christian Staffa, Mitglied des Sprecher*innenrates der BAG K+R erklärte zum Ergebnis der Bundestagswahl: „Es hat gezeigt, dass die AfD nicht bekämpft werden kann, indem Elemente ihres Programms oder ihrer Rhetorik übernommen werden. Wirksam ist stattdessen eine klare Gegenposition.“

Die Präsentation des Vortrags von Herrn Prof. Palaver finden Sie hier.

Das Grußwort von Bischof Dr. Feige finden Sie hier.

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3. Ausblick auf 2018 – Save the dates

Einige Termine für Aktivitäten und Veranstaltungen der BAG K+R im kommenden Jahr stehen bereits fest.

So werden wir beim Katholikentag vom 9. bis zum 13. Mai in Münster wieder mit einem Stand und mehreren Veranstaltungen präsent sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Unserer Mitglieder können sich schon den Termin für die nächste Vollversammlung vormerken. Die Versammlung wird am 13. und 14. April 2018 in Berlin stattfinden.

Und auch der Termin für unsere jährliche Konferenz steht fest: Das nächste Forum wird am 12. und 13. Oktober im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg stattfinden.

Am  10. März bieten wir wieder unseren Workshop „WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND? Praktische Unterstützung bei neonazistischen/rassistischen Bedrohungen“ an. Dieser wird in Bautzen stattfinden und richtet sich an hauptamtliche und ehrenamtliche Engagierte in der Flüchtlingshilfe und in Willkommensinitiativen.

Details zu den Veranstaltungen finden Sie im neuen Jahr auf unserer Website.

 

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4. Aktuelle Veröffentlichungen und Neuerscheinungen der BAG K+R

Überarbeitete Neuauflage der Handreichung #4: 5 Fragen zum antimuslimischen Rassismus

Wir haben unseren Flyer zu antimuslimischem Rassismus grundlegend überarbeitet und neu aufgelegt. Bei Interesse nimmt die Geschäftsstelle gerne Bestellungen entgegen. Der Flyer ist online unter diesem Link zu finden.

 

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5. „Der Teufel auch im Netz“ – Neues Projekt der Ev. Akademie zu Berlin

„Der Teufel auch im Netz“ (kurz: @NetzTeufel) ist ein Projekt der Evangelischen Akademie zu Berlin.  Ziel des Projekts ist die Analyse christlich motivierter demokratiefeindlicher Social Media, die Entwicklung von theologisch anspruchsvollen gleichwohl einfach darstellbaren Gegennarrativen, sowie aktiven Handlungsstrategien. Ausgangspunkt ist eine Recherche, welche Symptome Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) in Sozialen Netzen im Namen des christlichen Glaubens oder mit christlicher Unterstützung befördert werden. Es sollen die wiederkehren Muster der Negativ-Erzählungen identifiziert werden. In einer Zweiten Phase geht es um Gegen-Erzählungen, die wir dem Hass an dieser Stelle entgegen halten können. Die dritte Ebene des Projektes ist die Vernetzung, das Erproben von Gegenmaßnahmen, Konzepte zur Wissensweitergebe und  ein Beitrag zur Entwicklung einer digitalen Kultur der Menschenfreundlichkeit in Worten, Bild und vielem mehr.

Kontaktmöglichkeiten:  twitter.com/Netz_Teufel  | facebook.com/NetzTeufel | instagram.com/NetzTeufel | NetzTeufel@eaberlin.de

„Der Teufel auch im Netz“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des @BMFSFJ gefördert.

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6. Empfehlenswerte Publikationen und Veröffentlichungen

 „Unter den Teppich gekehrt. Das Unterstützungsnetzwerk des NSU in Sachsen“ – Neue Broschüre vom Kulturbüro Sachsen e.V.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hat nach heutigem Kenntnisstand mindestens zehn Menschen ermordet und mindestens drei Sprengstoffanschläge verübt. Der Gerichtsprozess gegen die fünf Hauptangeklagten vor dem Oberlandesgericht in München dauert an. Deutlich wird bisher vor allem, was die juristische Aufarbeitung nicht leisten kann: Kaum sichtbar bleibt beispielsweise das Unterstützungsnetzwerk, das grundlegend zur Ermöglichung der begangenen Straftaten beitrug. Unübersichtlich bleiben auch die Ergebnisse der zahlreichen Untersuchungsausschüsse im Bundestag und in den Landtagen, die zur Aufklärung der Taten des NSU beitragen.

Das Kulturbüro Sachsen e.V. hat in einer aufwendigen Recherchearbeit die Dokumente der Untersuchungsausschüsse, des Gerichtsprozesses in München und zahlreicher Publikationen zum Thema intensiv ausgewertet. Das Ziel war es, die maßgeblichen Unterstützer*innen des NSU in Sachsen zu identifizieren und ihre Unterstützungsleistungen für die Rechtsterrorist*innen offenzulegen. In der Broschüre „Unter den Teppich gekehrt. Das Unterstützungsnetzwerk des NSU in Sachsen“, die am 20.10.2017 erschien, werden die Ergebnisse dieser Arbeit publiziert und verbreitet.

Die Realisierung der Broschüre wurde maßgeblich durch eine Crowdfunding Kampagne finanziert. Die Nachfrage war vom ersten Tag an groß. Die Broschüre ist bereits vergriffen, ein Nachdruck für das erste Quartal 2018 geplant. Wenn Sie diesen Nachdruck unterstützen wollen, können Sie das mit einer Spende auf das Konto des Kulturbüro Sachsen e.V. gern tun:

Bank für Sozialwirtschaft; IBAN: DE28850205000003587301; BIC: BFSWDE33DRE; Kennwort: NSU-Broschüre

 

Studie zu Hassmails des Studienzentrums der EKD für Genderfragen

Die Studie mit dem Titel “ Verhasste Vielfalt. Eine Analyse von Hate Speech im Raum von Kirche und Diakonie mit Kommentierungen“ untersucht Hasskampagnen gegen kirchliche Einrichtungen im Netz. Sie ist als PDF unter in diesem Link oder in gedruckter Form unter info@sfg.ekd.de erhältlich.

 

EKD-Publikation zu Antisemitismus

„Antisemitismus – Vorurteile, Ausgrenzungen, Projektionen und was wir dagegen tun können“ heißt die neu erschienene Informationsbroschüre der Evangelische Kirche in Deutschland, der Union Evangelischer Kirchen in der EKD und der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirchen. Das Heft „Antisemitismus – Vorurteile, Ausgrenzungen, Projektionen und was wir dagegen tun können“ soll über Erscheinungsformen, Hintergründe und Ursachen von Antisemitismus aufklären. Online ist die Publikation hier zu finden.

 

Antiziganismus und Protestantismus

Die Rolle von Kirchen – insbesondere der evangelischen Kirchen und ihrer Vertreter*innen– stellt ein großes Desiderat in der Antiziganismusforschung und den Romani Studies dar. Ein wissenschaftliches Gutachten, erstellt im Auftrag des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland, gibt einen Überblick über bereits vorliegende Zugänge und Studien. Das Gutachten wurde im September vorgestellt auf einer Tagung, die gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der BAG K+R durchgeführt wurde. Der Überblick erfolgt in chronologischer Abfolge, beginnend mit der Reformation bis hin zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Umgang mit dem Nationalsozialismus. Derzeit fehlt es noch an übergreifenden und systematischen Studien, dennoch geben die bereits vorliegenden Untersuchungen zu bestimmten geografischen und zeitlichen Kontexten bereits einen Eindruck von den übergreifenden Verflechtungen zwischen evangelischer Kirche und antiziganistischen Tendenzen. Die Publikation findet sich online unter diesem Link.

Ein ausführlicher Bericht des Deutschlandfunk Kultur über die Tagung findet sich hier.

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Impressum

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus

c/o Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

Henning Flad

Auguststr. 80

10117 Berlin

Deutschland

030 / 28395 – 184

post@bagkr.de

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